#24hPolizei : Twitter-Aktion der Berliner Polizei könnte Schule machen

Die erfolgreiche Internet-Aktion „24hPolizei“ der Berliner Polizei inspiriert auch andere Bundesländer. Und die Berliner schließen eine Wiederholung des Experiments nicht aus.

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24-Stunden-Einsatz. So sah es während der Twitter-Aktion im Leitstand des Berliner Polizeipräsidiums aus, in dem die Aktion koordiniert wurde.
24-Stunden-Einsatz. So sah es während der Twitter-Aktion im Leitstand des Berliner Polizeipräsidiums aus, in dem die Aktion...Foto: Rainer Jensen / dpa

Das Internet-Experiment einer 24-stündigen Live-Berichterstattung der Berliner Polizei via Twitter könnte bald auch in anderen Bundesländern Nachahmer finden. So regte Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes, am Wochenende per Twitter an, die Aktion auch bei ihrer Landespolizei zu versuchen. „#24hPolizei ist tolle Aktion d. Polizei Berlin. Via Twitter in Echtzeit Einblick in Polizeialltag. Im Saarland auch versuchen? Eure Meinung?“, schrieb sie bei Twitter.

Die Reaktionen ihrer Follower fielen weitgehend positiv aus. Ein Nutzer drückte allerdings auch seinen Zweifel aus, ob die in der Hauptstadt so erfolgreiche Aktion sich auch für das an dramatischen Polizeieinsätzen offenbar ärmere Saarland eigne: „Polizei-Alltag im Saarland twittern? Sehr gerne! „11.55 Uhr Mit Blaulicht zu Rosi's Roschdwurschdbude““, spottete er auf Twitter.

 Die Berliner Polizei zeigte sich am Sonntag begeistert von der Resonanz auf ihre Aktion. „Wir sind überrascht und erfreut über die fast einhellig positive Resonanz“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich dem Tagesspiegel. Ziel war es gewesen, den Berliner „einen interessanten Blick auf ihre Stadt“ zu vermitteln und nebenbei um künftigen Polizeinachwuchs zu werben. „Aber so eine Resonanz haben wir uns nicht vorstellen können.“

Während der 24-stündigen Aktion von Freitagabend bis Sonnabend um 19 Uhr verdreifachte sich die Zahl der Twitter-Leser des Polizei-Nachrichtendienstes @PolizeiBerlin_E auf mehr als 21 000, die Kommentare der Leser waren fast durchweg positiv. Auch habe man in zwei zweistündigen Telefonschaltungen 40 Anrufe potenzieller Bewerber erhalten, sagt Redlich, dazu seien zahlreiche Bewerbungen online eingegangen. 420 Auszubildende sucht die Berliner Polizei derzeit, Bewerbungsschluss ist der 31. Juli.

 Nun soll die Aktion in Ruhe ausgewertet werden. Eine Wiederholung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret geplant – Redlich will aber auch nicht ausschließen, dass man die Aktion erneut durchführt. Da das „Riesenexperiment“ aber mit einem ungewöhnlich großen Aufwand verbunden gewesen sei, müsse man erst einmal ermitteln, welchen Nutzen es gebracht habe.

 Insgesamt wurde über mehr als 1000 Einsätze der Polizei per Twitter berichtet. Zwar seien die Beamten in den 24 Stunden rund 2000 Mal im Einsatz gewesen, man habe aber nicht jede zugeparkte Einfahrt und jeden zwischendurch wieder abgesagten Einsatz auch noch twittern wollen, daher habe man sich auf die Fälle beschränkt, bei denen es etwas zu berichten gab. Normalerweise meldet die Pressestelle der Berliner Polizei täglich rund zehn Einsätze. Durch das große Interesses an der Dauerberichterstattung fühlten sich auch viele Polizisten in ihrer Arbeit bestätigt, sagt Redlich: „Viele Kollegen freuten sich über die Anerkennung für die vielen kleinen Dinge, die wir tun.“ Man habe eben auch deutlich machen wollen, wie der Beruf des Polizisten in der Realität aussehe – und dass er sich von dem in Kino und Fernsehen vermittelten Bild unterscheide.

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