Berlin-Brandenburg Pendler : Streit wegen mangelnder Parkplätze in Spandau

Umsteigen auf die Bahn? Gern - aber wo parken? Spandau und Falkensee streiten über Stellplätze.

von
Eine solche Parksituation wie am BER wünschen sich die Beteiligten.
Eine solche Parksituation wie am BER wünschen sich die Beteiligten.Foto: picture alliance / dpa

Im Westen bahnt sich neuer Streit an. Es geht um einen Regionalbahnhof und um einen Parkplatz, damit Pendler am Berliner Stadtrand ihr Auto abstellen und in die RE-Züge in die City steigen können. Der Haken: Es gibt keinen Parkplatz – und weder Berlin noch Brandenburg wollen ihn bauen.
Die Regionalbahnhöfe Albrechtshof (in Berlin) und Seegefeld (in Brandenburg) liegen nur 700 Meter voneinander entfernt, und doch trennen sie Welten. Der Bahnhof Albrechtshof liegt in Spandau und damit in der günstigeren Tarifzone B. Aber es gibt kaum Parkplätze, der unbefestigte Randstreifen des Seeburger Weges ist stets bis auf den letzten Zentimeter zugeparkt. Anwohner klagen über „wildes Rumgeparke vor jeder Tür“.

Falkensee findet, Spandau ist selbst schuld

Der Bahnhof Seegefeld – 700 Meter weiter – liegt in Falkensee und hat bald jede Menge Parkplätze. Doch er liegt in der teureren und deshalb bei Pendlern ungeliebten Tarifzone C. Doch während die Stadt Falkensee Millionenbeträge in die Hand nimmt, um das Parkangebot an ihren Bahnhöfen zu erweitern, heißt es in Berlin, auf Spandauer Seite gebe es am direkt an der Landesgrenze gelegenen Bahnhof Albrechtshof keine geeigneten Flächen. Spandaus Stadtrat Frank Bewig (CDU) hatte jüngst gesagt: „Ich würde ein Park-and-ride-Angebot auf Falkenseer Seite sehr begrüßen. Auf Spandauer Seite sehe ich keine Möglichkeiten.“
Und deshalb gibt es nun Ärger. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) formuliert es so: „Anders als bei der Stadt Falkensee hat Berlin nach unseren Informationen nicht nur verfügbare Flächen am Bahnhof Albrechtshof nicht angekauft, sondern auch direkt am Bahnsteig liegende Flächen für den Wohnungsbau gewidmet und zum Verkauf freigegeben“, so Müller. Und daher: „Die Stadt Falkensee beabsichtigt nicht, dem Land Berlin die Aufgabe zur Anbindung des Individualverkehrs an den Bahnverkehr abzunehmen, sondern konzentriert sich auf die Schaffung neuer Stellplatzangebote an den drei Falkenseer Zugangspunkten zur Bahn.“ Das sind neben Seegefeld die Bahnhöfe Falkensee und Finkenkrug.

Weiterer Handlungsbedarf

„Uns wurde in diesem Zusammenhang mitgeteilt, dass es nicht Ziel ist, größere Parkmöglichkeiten zu schaffen oder nur die damals noch möglichen Abstellareale zu sichern. Diese Haltung haben wir ausdrücklich bedauert.“ Mehrfache Gespräche mit dem Bezirk, mit der Senatsverwaltung auf Staatssekretärsebene und mit dem Verkehrsverbund Berlin Brandenburg hätten das bestätigt.
An den Haltepunkten Seegefeld und Finkenkrug sowie am Bahnhof Falkensee hat die Stadt bereits mehrere Millionen Euro in Abstellanlagen für Fahrräder und Autos investiert, so der Bürgermeister. Dennoch besteht an allen drei Standorten weiterer Handlungsbedarf. So wurden direkt am Haltepunkt Seegefeld und am Bahnhof Falkensee bereits große Flächen erworben, die jeweils die Einrichtung von jeweils mehreren 100 Stellplätzen ermöglichen.

Weitere Investitionen sind geplant

Für das Umfeld des Bahnhofs Falkensee soll noch in diesem Jahr ein Parkraumkonzept erstellt werden. Am Haltepunkt Finkenkrug wird im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens nach optimalen Flächen gesucht. „Wir rechnen wiederum mit Investitionen im mittleren, einstelligen Millionenbereich“, so Müller.
Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) hat indessen eine neue Idee. Er kann sich den Bau eines neuen Haltepunktes zwischen den beiden bisherigen Stationen vorstellen, der die Bahnhöfe Albrechtshof und Seegefeld ersetzt und – auf Falkenseer Gebiet gelegen – über Stellplätze verfügt. Für diese Station sollte nach seinen Vorstellungen dann der B-Tarif gelten. mit AG

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar