Debatte zur Flüchtlingspolitik : Willkommenskultur im Café Haberland

50.000 Flüchtlinge kamen 2015 nach Berlin. Auch in diesem Jahr werden es viele sein. "Wie können wir das schaffen?" - das wird am Mittwoch am Bayerischen Platz prominent diskutiert.

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Der U-Bahnhof Bayerischer Platz und das Café Haberland.
Der U-Bahnhof Bayerischer Platz und das Café Haberland.Foto: Mike Wolff

"Wir schaffen das" – der Satz der Kanzlerin fiel im vergangenen Sommer, als die Zahl der Flüchtlinge immer schneller anstieg. Was damals das große Ganze meinte und vor allem als Losung gedacht war, ist seitdem mehr und mehr variiert und konkretisiert worden. "Schaffen wir das wirklich?", "Warum schaffen wir das nicht?", "Wer soll das schaffen?" waren einige der Folgefragen, die nicht immer eine Antwort erwarteten.

Die pragmatischste Spielart lautet "Wie schaffen wir das?", und eben dieser Frage widmet sich der Verein "Quartier Bayerischer Platz" am 13. April. Deutschland habe die Flüchtlinge mit einer beeindruckenden Willkommenskultur begrüßt, vieles liege aber noch im Argen.

Das Lageso wurde zum Synonym für Überforderung

Ein Abend, an dem es um die Medien ging
Der Verein Quartier Bayerischer Platz lud ins Café Haberland zur Diskussion über "Widerstand – Zivilcourage – Medien. Was tun damit die Demokratie nicht krank wird?" Im Untertitel zu diesem großen Thema wurde konkreter worum es an dem Abend gehen sollte: "Medien sind unerlässliche Partner. Sie haben eine 'Wächterfunktion'- sollen glaubwürdig, zuverlässig,fachlich kompetent sein, sich um Transparenz und Aufklärung bemühen." Aber tun sie das auch? Aktuelle Umfragen deuten auf einen massiven Vertrauensverlust hin. Die frühere Berliner Senatorin und jetzige zweite Vorsitzende des Quartiervereins stellte das Café und die ehrenamtlich betreute Ausstellung über die jüdisch geprägte Geschichte des Bayerischen Viertels vor. Und schuf damit auch den historischen Zusammenhang für das Thema des Abends: Birgt der Vertrauensverlust in die Medien Gefahren für die Demokratie in Deutschland, die sich nach dem Grauen der Nazi-Diktatur doch jahrzehntelang als stabil erwiesen hat?Alle Bilder anzeigen
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26.02.2016 16:52Der Verein Quartier Bayerischer Platz lud ins Café Haberland zur Diskussion über "Widerstand – Zivilcourage – Medien. Was tun...

"Das Lageso ist ein bundesweites Synonym für die Überforderungen der Verwaltungen geworden", heißt es in einer Mitteilung zur Veranstaltung. Berlin habe 2015 mehr als 50.000 Flüchtlinge aufgenommen, wie viele es in diesem Jahr werden, ist ungewiss. Deshalb brauche es nun andere Antworten. Die soll an diesem Abend Dieter Glietsch geben, der als Staatssekretär für Flüchtlingsfragen seit September den Koordinierungsstab des Senats zur  Flüchtlingspolitik leitet. Mit ihm diskutieren Ingke Brodersen, die in der Notunterkunft am Fehrbelliner Platz ehrenamtlich hilft, sowie Ali Agidi, der als Flüchtling aus dem Irak nach Deutschland kam.

Moderiert wird der Abend von der Annette Fugmann-Heesing, die in den 90er Jahren hessische Finanzministerin und anschließend von 1996 bis 1999 Finanzsenatorin in Berlin war.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, den 13.4.2016 um 2016 im Café Haberland am Bayerischen Platz in Schöneberg. Um Anmeldung wird gebeten unter friedrichs-rena@t-online.de oder telefonisch unter (030) 85 72 68 53.

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