Adamshöfe in der Wilhelmstadt : Bewohnern droht jetzt doch die Räumung

Weil sich Eigentümer und Mieter nicht einigen können, kam die dringend notwendige Sanierung bisher nicht zustande.

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Die betroffenen Häuser an der Wever- Ecke Melanchthonstraße.
Die betroffenen Häuser an der Wever- Ecke Melanchthonstraße.Foto: During

Die Spandauer Bauaufsicht hat den Bewohnern der Häuser Weverstraße 36 sowie Melanchthonstraße 61 und 62 eine erneute Nutzungsuntersagung geschickt. Wenn bis Juli nicht mit den Sanierungsarbeiten begonnen wird, müssen die Gebäude wegen drohender Einsturzgefahr geräumt werden. Inzwischen sind nach Angaben des Bezirksamtes nur noch vier der 21 betroffenen Wohnungen bewohnt.

Häuser wurden auf einer Torflinse errichtet

Wie berichtet, ist die denkmalgeschützte Wohnanlage 1925 nach Plänen des Architekten Richard Ermisch auf einer Torflinse errichtet und mit Holzpfählen gegründet worden. Seit mehr als einem Jahrzehnt schreitet nunmehr in den betroffenen Gebäuden die Bildung von Rissen voran, gilt eine aufwändige Sanierung als zwingend erforderlich. Weil nichts geschah hatte die Bauaufsicht den Bewohnern schon im Juli vergangenen Jahres eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen, aber zurückgenommen, als die Hausverwaltung buchstäblich in letzter Minute das Gutachten eines Prüfstatikers vorlegte, dass die Standsicherheit bestätigte.

In Aussicht gestellte Sanierungsarbeiten haben indessen bis heute nicht begonnen. Die Wohnungen in den gesamten Adamshöfen gehören einer Vielzahl von privaten Eigentümern, die diese zum Teil vermietet haben. Dem Vernehmen nach sind viele der Eigentümer aus den nicht einsturzgefährdeten Häusern nicht bereit, sich an den immensen Sanierungskosten zu beteiligen. Weil es keine ausreichende Garantie mehr für die Standsicherheit der drei Aufgänge betrifft, sei die Behörde gezwungen zu handeln, so Baustadtrat Frank Bewig (CDU).

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