Nachkomme von Albrecht dem Bären auf der Zitadelle : Ein Prinz besuchte seinen Urahn

In Spandau hat das Oberhaupt des Hauses Anhalt-Askanien einen Berliner Arzt zum Ritter des Hausordens geschlagen.

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Assistiert von Karl-Heinz Meyer (Mitte) schlägt Prinz Eduard den Arzt Gerd Scharfenberg zum Ritter.
Assistiert von Karl-Heinz Meyer (Mitte) schlägt Prinz Eduard den Arzt Gerd Scharfenberg zum Ritter.Foto: During

Albrecht der Bär gründete 1157 die Mark Brandenburg, zu der auch das Dorf Spandau gehörte. Sein Denkmal ist heute eines der Highlights der Monumentalausstellung „Enthüllt“ auf der Zitadelle. 859 Jahre und rund 30 Generationen später kam jetzt mit Prinz Eduard Herzog von Anhalt und Herzog zu Sachsen, dem Oberhaupt des Hauses Anhalt-Askanien, ein direkter Nachfahre des Kurfürsten auf die Festung, um hier einen Berliner zum Ritter des Hausordens zu schlagen.

Hausorden wurde 1836 gestiftet

Am 18. November 1836, dem 666. Todestag des Kurfürsten, wurde der Herzoglich Anhaltinische Hausorden Albrechts des Bären gestiftet. Seine Aufgabe besteht in der Bewahrung und Vermittlung der Werte des christlichen Abendlandes, in der Treue und Unterstützung des Herzoglichen Hauses, in caritativer Arbeit sowie in der kulturellen und politschen Aufbauarbeit. Das Ordenszeichen ist ein goldenes Oval, das mit der Ordensdevise und dem Wahlspruch des Hauses Askanien, „Fürchte Gott und befolge seine Befehle“, umschrieben ist. Der Orden wird in den drei Klassen „Großkreuz“, „Kommandeur/Komtur“ und „Ritter“ sowie als Verdienstmedaille verliehen.

Nach der vorletzten Investitur vor 1919 ist der Orden nach einer politisch bedingten Ruhephase und der Rückkehr des askanischen Herrscherhauses nach dem Mauerfall an seinen Stammsitz in Ballenstedt, wo Albrecht er Bär begraben ist, erst jetzt wiederbelebt worden. Seine Aufgaben haben sich nicht verändert und sind heute wieder gefragt wie einst zu seiner Gründung, so der Protokollchef des Hauses Anhalt-Askanien, Dr. Carl-Ludwig Fuchs. So wurde im April ein Dutzend verdienter Bürger in Ballenstedt geehrt und in den Hausorden aufgenommen.

Ritterschlag vor dem Denkmal des Kurfürsten

Nur ein Berliner hatte damals nicht teilnehmen können. Der pensionierte Arzt Gerd Scharfenberg aus Kreuzberg-Friedrichshain beschäftigt sich seit rund 35 Jahren mit den Orden und Ehrenzeichen des Freistaates Anhalt und hat neben nahezu 100 Fachartikeln auch ein Standardwerk darüber geschrieben. So wurde die Zitadelle am Mittwoch zur Kulisse einer Sonderinvestitur, konnte sich Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) freuen, „einen Nachfahren Albrecht des Bären leibhaftig begrüßen zu können“. Vor dem Denkmal des Kurfürsten kniete Gerd Scharfenberg nieder und wurde durch Prinz Eduard, assistiert vom Finanzchef des Ordens, Karl-Heinz Meyer, mit einem Schwert zum Ritter geschlagen. Seine Hoheit zeigte sich beeindruckt von der Ausstellung und kündigte an, dass er seinen Urahn in Spandau noch häufiger besuchen werde.

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