Nachwuchs gesucht in Berlin-Spandau : Zollbaracke in Staaken - seit 25 Jahren Künstleratelier

Der Arbeitskreis Spandauer Künstler hat sich viel vorgenommen für 2017. Neben der Mitgliederwerbung steht die Vorbereitung der 40-Jahr-Feier im kommenden Jahr im Mittelpunkt.

Im ehemaligen Grenzübergang der West-Berliner Polizei sind Künstler eingezogen.
Im ehemaligen Grenzübergang der West-Berliner Polizei sind Künstler eingezogen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

„Wir sind hier weit ab vom Schuss, haben keine Laufkundschaft“, sagt Hella Zarski, Vorsitzende des Arbeitskreises Spandauer Künstler (ASK). Viele kennen das bunte Häuschen kurz vor der Stadtgrenze an der Heerstraße nur von der Vorbeifahrt. Seit 25 Jahren residiert man mit Ateliers und Galerie in der ehemaligen Zollbaracke am Kontrollpunkt Staaken. Die sollte nach dem Mauerfall abgerissen werden, doch nach einer Demonstration durfte der 1972 gegründete Verein gemeinsam mit der Bruno-H.-Bürgel-Sternwarte in den Flachbau einziehen.

Rund zwei Dutzend Malerinnen und Maler

Rund zwei Dutzend Malerinnen und Maler sind im ASK aktiv, dazu kommt noch die Autorengruppe. Keramiker und Bildhauer fehlen dem Verein zur Zeit. Generell sucht man Nachwuchs. Auch in den diversen Gruppen, die sich im Haus treffen, sind neue Mitglieder stets willkommen. So trifft sich hier montags um zehn Uhr eine malbegeisterte Seniorengruppe und von 16 bis 18 Uhr gibt es Tonarbeiten für Kinder ab sechs Jahren. Dienstags ist eine Yoga-Gruppe zu Gast, mittwochs übt hier der Chor „Spandauer Halbkreis“ und donnerstags ab 17 Uhr ist die Malgruppe „Der Farbkreis“ aktiv, der am 19. Februar um 14 Uhr eine Ausstellung mit Werken der Mitglieder und der Kindergruppe eröffnet.

Hella Zarski, Karin Schultze-Göthel und Richard Soglio (v.l.n.r.) leiten den ASK.
Hella Zarski, Karin Schultze-Göthel und Richard Soglio (v.l.n.r.) leiten den ASK.Foto: During


Offene Ateliers an zwei Sonntagen im Monat

An jedem ersten und dritten Sonntag im Monat gibt es in der Heerstraße 529 zwischen 14 und 17 Uhr ein offenes Atelier, in dem man den Künstlern bei der Arbeit zuschauen kann. Schulklassen und Kitagruppen sind nach vorheriger Anmeldung (Tel. 364 85 46) auch werktags willkommen, auch Kinder aus dem Flüchtlingsheimen waren schon zu Gast. Die nächste Ausstellung des ASK unter dem Titel „Lieblingsbilder“ wird am 9. Februar eröffnet, diesmal außerhalb des Bezirks, im Kulturhaus Babelsberg. Die schon traditionellen Veranstaltungen „Kunst und Maibock“ sowie „Kunst und Trödel“ finden am 21. Mai und 18. Juni statt.

Ein spezielles Stück Berlin: der Ortsteil Staaken
Ein spezieller Berliner Ort: Links Staaken (1988, mit Berliner Mauer), rechts Staaken (2016, mit frischem Anstrich).Weitere Bilder anzeigen
1 von 31Fotos: Imago, André Görke
09.03.2016 09:08Ein spezieller Berliner Ort: Links Staaken (1988, mit Berliner Mauer), rechts Staaken (2016, mit frischem Anstrich).

Ferner arbeitet der ASK an einer Präsentationsmappe aller Künstler, mit der man sich verstärkt auch um Ausstellungen in kommunalen Galerien anderer Bezirke bewerben will, berichtete Vorstandsmitglied Richard Soglio. Und für das Jubiläumsjahr 2018 werden bereits eine große Ausstellung und die Herausgabe eines neuen Katalogs geplant, für den noch Sponsoren gesucht werden.

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