Nahverkehr in Berlin : Auch Grüne fordern Straßenbahn in Spandau

"Komplett überlasteter Busverkehr": Bettina Jarasch unterstützt Rückkehr-Debatte zur Tram - Staatssekretär Kirchner wird nach Spandau eingeladen.

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Ab in den B-Tarif, raus nach Spandau.
Ab in den B-Tarif, raus nach Spandau.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Jeden Morgen, jeden Abend ächzt der Nahverkehr im Berliner Westen. Der BVG-Bustakt: am Limit (das Rathaus Spandau ist längst der größte Busknotenpunkt von Berlin). Die Radtrassen: marode. Die Regionalbahnen in die City: überfüllt und anfällig. Die Straßen: verstopft.

"Verkehr gehört dringend auf die Agenda"

Nun hat Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) im Gespräch mit dem Tagesspiegel die Rückkehr der Straßenbahn angeregt. Und er erhält Unterstützung von den Grünen. Wie die ehemalige Landesvorsitzende und jetzige Abgeordnete Bettina Jarasch nun auf unserer Facebook-Seite "Tagesspiegel Spandau" in einem Leserkommentar schreibt, plädiert auch sie für dringende Veränderungen im Bezirk (240.000 Menschen), um den "komplett überlasteten Busverkehr vom Rathaus Spandau" zu verbessern.

In der Politik und auch in Spandau vernetzt: Bettina Jarasch mit Raed Saleh.
In der Politik und auch in Spandau vernetzt: Bettina Jarasch mit Raed Saleh.Foto: dpa

"Jahrzehntelang einseitig auf Auto und Bus gesetzt"

"Der Verkehrsanschluss von Spandau nach Berlin und die Verkehrssituation in Spandau gehören dringend auf die Agenda", schreibt Jarasch. "Hier wurde jahrzehntelang viel zu einseitig auf Auto und Bus gesetzt. Insofern ist es gut, wenn Bürgermeister Kleebank jetzt Richtung Straßenbahn denkt. Straßenbahnen sind nicht nur billiger, sondern auch sehr viel schneller zu bauen als die U-Bahn, die Kai Wegner kürzlich eingefordert hat."

CDU: "Spandau darf nicht in den 80ern stehen bleiben"

Wie berichtet ist auch Kai Wegner unzufrieden mit der Verkehrssituation und hatte sich zuletzt für den Weiterbau der U-Bahn eingesetzt. "Spandau darf nicht auf dem Stand der 80er Jahre stehen bleiben", hatte Wegner gesagt. Damals ging die U-Bahnlinie U7 via Siemensstadt in Betrieb. Zeitgleich wurde der Verkehr vom S-Bahnring zur Siemensbahn eingestellt - bis heute.

Oktober 1967. Fotograf Ralph Peters erwischt einen der letzten Straßenbahnen der Linie 55 in Siemensstadt.
Oktober 1967. Fotograf Ralph Peters erwischt einen der letzten Straßenbahnen der Linie 55 in Siemensstadt.Foto: imago stock&people/Ralpf Peters

"Ich habe Jens-Holger Kircher zur Diskussion eingeladen"

"Ich habe als grüne Direktkandidatin für Spandau den Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner eingeladen, darüber in den nächsten Wochen mit Spandauer Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren", schreibt Jarasch. "Er kommt gerne nach Spandau, Termin folgt in Kürze."

Helmut Kleebank hatte gesagt, dass er sich eine Straßenbahn vorstellen können, die über das Viadukt das künftige Siedlungsgebiet Gartenfeld mit seinen 7000 bis 10.000 Bewohnern erschließt und dann über eine der beiden Brücken die Havel überquert, um Hakenfelde anzubinden, wo ebenfalls tausende Menschen im Berliner Großbauprojekt „Wasserstadt Spandau“ leben. Wenn diese über die Siemensbahn in der Wasserstadt angelangt sei, könnte siebis zum Rathaus und eventuell weiter bis zur Heerstraße oder bis ins Falkenhagener Feld rollen.

Letzte Straßenbahn fuhr 1967

Die letzte Straßenbahn fuhr 1967 nach Spandau; noch heute gibt es Befürworter, die sich in Bürgerinitiativen zusammenschlossen haben.

Auf nach Spandau: Hier eine Straßenbahn unter der Autobahnbrücke am Jakob-Kaiser-Platz.
Auf nach Spandau: Hier eine Straßenbahn unter der Autobahnbrücke am Jakob-Kaiser-Platz.Foto: BVG-Museum

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