Piratenpartei und SPD stellen Antrag : Ein Jonny K.-Platz für Spandau

Vor drei Jahren wurde Jonny K. das Opfer von Gewalt. Jetzt soll ein Platz in Spandau nach ihm benannt werden.

Rainer W. During
Piraten und SPD stellen den Antrag am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung.
Piraten und SPD stellen den Antrag am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung.Foto: During

Piratenpartei und SPD wollen in der Bezirksverordnetenversammlung am kommenden Mittwoch das Bezirksamt auffordern, nach Möglichkeiten zu suchen, eine Straße, einen Platz oder einen Park in Spandau nach Jonny K. zu benennen. Der 20jährige Sohn einer thailändischen Mutter und eines deutschen Vaters war im Oktober 2012 am Alexanderplatz einem Freund zu Hilfe gekommen, der von anderen Jugendlichen angegriffen wurde. Er wurde daraufhin selbst attackiert und erlitt tödliche Verletzungen. Jonny K., der eine Fachoberschule in Marzahn besuchte, hatte bis zuletzt in Spandau gelebt.

Initiiert durch einen Bürgerantrag

Viele Spandauer Schulen würden sich seit der Tat für mehr Zivilcourage und respektvollen Umgang untereinander engagieren und aktiv mit dem Verein „I am Jonny“ zusammenarbeiten, der von Jonnys älterer Schwester Tina gegründet wurde, heißt es in dem Vorschlag der beiden Parteien. Er beruht auf einem Bürgerantrag in openantrag.de, einem Forum, mit dem die bundesweiten Fraktionen der Piraten auch Nichtmitgliedern der Partei die Möglichkeit geben, Vorschläge zu ihrer politischen Arbeit zu machen.

Antragsteller wollen ein Zeichen setzen

Nach der Ausführungsvorschrift zum Berliner Straßengesetz dürfen Straßen erst fünf Jahre nach deren Ableben nach einer Person benannt werden. Aber es sind auch Ausnahmen möglich. Alternativ wurde deshalb auch die Möglichkeit der Benennung einer Parkanlage in den Antrag aufgenommen. Gerade vor dem aktuellen Hintergrund immer neuer Gewalttaten in Berlin seien das damalige Eingreifen von Jonny K. und sein Einsatz für andere Personen nicht genügend hervorzuheben, betonen die Antragsteller. Jonny K. solle nicht vergessen werden und für seine noch immer in Spandau lebenden Eltern wäre die Benennung ein Zeichen, das sie mit Stolz erfüllen würde.

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