Posse um Parkplatzmarkierung in Spandau : Ganz schön schräg

In der Adamstraße wird eigentlich schon immer schräg geparkt. Jetzt gibt es dafür teure Schilder und Markierungen, aber nur auf einer Straßenseite.

Auch auf der Südseite der Adamstraße wird schon immer schräg geparkt.
Auch auf der Südseite der Adamstraße wird schon immer schräg geparkt.Foto: During

Nicht weniger als 28 Monate lang haben sich Spandaus Bezirksverordnete mit der Parkplatzsituation in der Adamstraße im Ortsteil Wilhelmstadt befasst. Anlass war ein Antrag vom 10. November 2014, mit dem die CDU-Fraktion forderte, auf der Südseite zwischen Földerich- und Konkordiastraße Stellplatzmarkierungen zum Schrägparken anzubringen, um mehr Parkraum zu schaffen. Nur wird in diesem Teilbereich wegen des breiten Randstreifens schon immer schräg geparkt, und das auf beiden Seiten der Straße. In den Abendstunden würde schon einmal ein quer abgestellter Lkw mehrere Parkplätze blockieren, begründete die CDU ihren Antrag, der neun Tage später von den Bezirksverordnetenversammlung zwecks weiterer Beratung an den Ausschuss für Bürgerdienste und Ordnungsamtsangelegenheiten überwiesen wurde. Dort debattierte man über die Parkplätze am 18. Dezember 2014, am 21. Mai 2015 und am 18. Februar 2016, um das Thema immer wieder zu vertagen.

Neue Verkehrszeichen ordnen an was auch zuvor die Regel war.
Neue Verkehrszeichen ordnen an was auch zuvor die Regel war.Foto: During

Auf der jüngsten Sitzung des Gremiums am 16. Februar 2017 meldete der zuständige Stadtrat Stephan Machulik (SPD) nunmehr Vollzug. Inzwischen sind auf der Südseite der Adamstraße Parkgebots-Verkehrszeichen mit Zusatztafeln aufgestellt. „Manche verstehen es, manche nicht, wer lesen kann oder Piktogramme versteht ist im Vorteil“, stellte Ina Bittroff (SPD) fest. Damit es auch der Dümmste kapiert, lässt der Bezirk jetzt noch jeden einzelnen Parkplatz mit weißen Linien – exakt ausgerichtet auf 45 Grad – markieren, kündigte Stadtrat Machulik an. Ob damit ihre Wünsche erfüllt wurden, mussten die CDU-Vertreter erst in telefonischer Rücksprache mit einem Vertreter vor Ort klären, weshalb die Sitzung unterbrochen wurde. Danach einigte man sich darauf, den Antrag für durch Tätigwerden des Bezirksamtes erledigt zu erklären.

Damit ist das Schrägparken auf der Südseite dieses Teilstücks der Adamstraße offiziell angeordnet, wer dort tatsächlich noch gerade parkt, kann mit einem Knöllchen bestraft werden, falls das Ordnungsamt gerade einmal vorbeischaut. 15 Euro sind dann fällig. Angesichts der eher seltenen Verstöße stellt sich die Frage, wie viele Jahre es wohl dauern wird, bis sich die Kosten amortisieren. Denn kluge Lkw-Fahrer werden in den wenigen Fällen, in denen angesichts der Vielzahl hier parkender Pkw überhaupt ausreichend Platz für ihren Brummi vorhanden ist, auf die nördliche Straßenseite ausweichen. Dort funktioniert das Schrägparken nach wie vor freiwillig, ganz ohne Schilder und Markierungen. Ganz schön schräg, die Sache.

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