Streit in der BVV : Hier ist sie - die ominöse Bodenwelle in Spandau

Eine ulkige Debatte, eine leidenschaftliche BVV: Spandaus Politik diskutiert über die Existenz einer Bodenwelle. Na denn: Wir sind mal hingefahren.

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Doch, doch - da ist die Bodenwelle! Zwischen "One Love Afro Shop" und der "Kaktus Cocktail Bar".
Doch, doch - da ist die Bodenwelle! Zwischen "One Love Afro Shop" und der "Kaktus Cocktail Bar".Foto: Rainer W. During

Eine kleine Delle mit doller Wirkung: Es gibt sie wirklich, die ominöse Bodenwelle in der Neuendorfer Straße. Um die hatte es in der Bezirksverordnetenversammlung eine bemerkenswerte Diskussionen gegeben ("Ich halte es für nicht richtig, über eine nicht vorhandene Bodenwelle abzustimmen“), die selbst von der großen Politik mit süffisantem Erstaunen registriert wurde (Martin Delius: "Läuft in Spandau").

Und der Streit ging am nächsten Morgen weiter: Denn am Tag danach meldete sich erneut Marion Schunke von der Piratenfraktion zu Wort und kündigte gar einen Videobeweis an. Sie hatte eigentlich nur beantragt, dass die Bodenwelle doch bitte beseitigt werden müsse, woraufhin die Grünen und die SPD die Existenz der Schadensstelle in Frage gestellt hatten ("Normale Erdkrümmung!“).

Vor der "Kaktus Cocktail Bar" macht's Plopp

Nun, die ominöse Delle ist gar nicht so schwer zu finden im Spandauer Ortsteil Hakenfelde: In der Neuendorfer Straße, rund zehn Meter nördlich des Paula-Hirschfeld-Steigs, ist die Bodenwelle allerdings für den Autofahrer erst in letzter Sekunde zu erkennen.

In Höhe der "Kaktus Cocktail Lounge" erstreckt sie sich in einer Breite von geschätzten 2,50 Metern quer über die Mitte der in Richtung Hakenfelde führenden Fahrbahn. Etwa einen halben Meter ist sie lang und steigt schräg an auf eine Höhe von vielleicht fünf Zentimetern. Genau in der Mitte befindet sich ein runder Deckel der Wasserbetriebe (nein, kein Gullydeckel wie an der Freybrücke, die ja noch so ein Großthema sind in Spandau).

Wir schauen mal nach: Da ist ein Deckel der Wasserbetriebe, Nummer 61863

Damit niemand in der zuständigen Fachverwaltung lange suchen muss: Nähere Auskunft gibt das blaue Schild an der Fassade des Wohnhauses Nummer 20. Es handelt sich demnach um den Schieber mit der Nummer 61863 in einer Frischwasserleitung von 30 Zentimetern Durchmesser.
Ob Bodenwelle und Wasserleitung in einem Zusammengang stehen, lässt sich allerdings nicht erkennen. Nur einige wenige, offenbar ortskundige Autofahrer bremsen vor der Erhebung. Bei normaler Geschwindigkeit ist gelegentlich ein leises „Plopp“ zu hören, bei Lkw scheppert es manchmal auf der Ladefläche. Auch in der Umgebung macht die Fahrbahn einen leicht maroden Eindruck mit zahlreichen Rissen und Flickstellen, für Berliner Verhältnisse aber ein eher normaler Anblick.

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