Bildung : Mehr Nachwuchs: Neue Schulklassen in Mitte

Vor einigen Jahren gingen Mitte die Schüler aus - zum Beispiel die Grundschule am Koppenplatz wurde damals geschlossen. Aber inzwischen sieht es anders aus und die Räume sollen im kommenden Jahr wieder genutzt werden.

Erst vor sieben Jahren wurde die Grundschule am Koppenplatz 12 in Alt-Mitte wegen zu niedriger Schülerzahlen geschlossen. Nun hat die Bildungsstadträtin des Bezirks in Aussicht gestellt, in dem ehemaligen Schulgebäude ab kommendem Schuljahr zwei erste Klassen anzusiedeln. Das dort ansässige Theaterhaus Mitte sieht sich dadurch bedroht.

Der Hintergrund: In der Rosenthaler und der Spandauer Vorstadt sowie am Arkonaplatz sind die Geburtenzahlen enorm gestiegen: Im Einzugsgebiet der Papageno-Grundschule in der Bergstraße leben jetzt rund 100 Siebenjährige, aber fast doppelt so viele Einjährige. Am Montag stellte Bildungsstadträtin Dagmar Hänisch (SPD) bei einer Podiumsdiskussion fest, dass jetzt schon eine „Unterversorgung von 1,5 bis 2,1 Klassenzügen“ besteht, die sich noch verstärken könnte.

Hänisch will nun eine sogenannte Schulfiliale mit zwei ersten Klassen im Haus am Koppenplatz anbieten. Wenn es mehr als 50 Anmeldungen gibt, soll überlegt werden, welche vorhandene Grundschule die beiden ausgelagerten Klassen als „Mutterschule“ übernehmen könnte. Erst in drei bis vier Jahren könnte daraus eine eigenständige Grundschule werden. Polly Schmincke von der Elterninitiative „Schule im Kiez“ begrüßte die Ankündigung von Hänisch. Die Initiative hatte sich im Sommer dieses Jahres gegründet, um mehr staatliche Schulplätze einzufordern.

Besonders positiv sei, dass sich für die Koppenschule auch Kinder aus dem Einzugsgebiet Gesundbrunnen anmelden können. Neue Grenzziehungen der Schulsprengel hatten vor drei Jahren bei vielen Eltern im Kiez für Unmut gesorgt: Eltern, die südlich der Bernauer Straße wohnen, sollen ihre Kinder seitdem in Schulen nördlich der Bernauer Straße schicken, im Sprengel Gesundbrunnen. Eltern beklagten, dass die Kinder dafür ihr „soziokulturelles Umfeld“ verlassen und in Wedding zur Schule gehen müssen.

Aktuell befindet sich in dem ehemaligen Schulgebäude am Koppenplatz das Theaterhaus Mitte mit Proberäumen für die Off-Theaterszene. Das Bezirksamt Mitte stellt dem Theaterhaus die Räume mietfrei zur Verfügung. Leiter Christoff Bleidt warnte davor, den Standort leichtfertig aufzugeben: „Wir kleben nicht an dem Haus, der Bedarf sollte aber nachhaltig geprüft werden.“ utz

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