• Bis 2020 fehlen 12.000 Pädagogen an Berlins Schulen: Berlin hat keine Lösung für seine Lehrer-Misere

Bis 2020 fehlen 12.000 Pädagogen an Berlins Schulen : Berlin hat keine Lösung für seine Lehrer-Misere

Berlins Lehrer sind zu alt, überdurchschnittlich viele von ihnen werden in den kommenden Jahren aus dem Dienst ausscheiden. Gleichzeitig rücken nicht genug junge Lehrer nach, Berlins Schulen sind zu unattraktiv. Und die Bildungsverwaltung hat offenbar keinen Plan.

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Was die überraschenden Ergebnisse aus dem Zensus für Berlins Schulen bedeuten, ist noch nicht klar. Klar ist allerdings, dass in Zukunft viele Lehrer fehlen werden.
Was die überraschenden Ergebnisse aus dem Zensus für Berlins Schulen bedeuten, ist noch nicht klar. Klar ist allerdings, dass in...Foto: dpa

Berlin braucht bis 2020 voraussichtlich fast 2.000 Lehrer mehr als im jetzigen Schuljahr, in den nächsten acht Jahren müssen sogar 12.665 Pädagogen neu eingestellt werden. Das geht aus der Antwort von Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Regina Kittler (Linke) hervor. Laut Kittler müssen rund 45 Prozent der aktuell tätigen Lehrer ersetzt werden. Der Grund liegt in der Altersstruktur: Tausende sind zwischen 55 und 65 Jahre alt.

Derzeit gibt es an Berliner Schulen 26.133 Lehrervollzeitstellen, 2020 werden 28040 benötigt. Noch vor einem Jahr habe die Prognose um etwa 2.000 Stellen niedriger gelegen, sagte Kittler. Der Mehrbedarf ergibt sich dadurch, das mit einem Schüleranstieg von rund zwölf Prozent gerechnet wird, zudem scheiden überdurchschnittlich viele Pädagogen, nämlich 10.800, bis 2020 aus Altersgründen aus.

Jedes Jahr müssen nun 1.400 bis 2.000 Lehrer neu eingestellt werden. Nach Angaben von Kittler verlassen aber nur etwa 1.000 Lehramtsstudenten pro Jahr die Berliner Hochschulen. „Umso dringender wird es, die Berliner Schule attraktiver für alle Lehrkräfte zu machen“, sagte Kittler.

Noch unklar ist allerdings, wie sich die neuen Zensus-Zahlen auf die Berechnungsgrundlage der Schüler- und Pädagogenprognose auswirken. Denn die letzte Volksbefragung hatte ergeben, dass mit rund 4,5 Prozent weniger Unter-Sechsjährigen ausgegangen wird als bisher. „Die Bildungsverwaltung muss ihre Berechnungen nochmals überarbeiten“, steht für Kittler fest.

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