CDU will Rückkehr zu früherem Modell : Vorschule statt Kitapflicht

Eine Kitapflicht für alle Berliner Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr? Da machen die Christdemokraten nicht mit. Der CDU-Generalsekretär Kai Wegner forderte stattdessen, die Vorschulklassen an den Grundschulen wieder einzuführen.

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Kita - oder doch besser Vorschule? Über eine Pflicht wird derzeit heftig debattiert.
Kita - oder doch besser Vorschule? Über eine Pflicht wird derzeit heftig debattiert.Foto: dpa

Damit will Wegner die Benachteiligung von Kindern wegen ihrer sozialen Herkunft verhindern: „Die Abschaffung der Vorschulen durch Rot-Rot war ein schwerer Fehler.“ Er reagierte damit auf die Forderung des SPD-Fraktionschefs Raed Saleh, den Kitabesuch zur Pflicht zu machen. Von solchen „Zwangsbeglückungen“ halte er nichts, sagte Wegner.

Die vorschulische Bildung von vier- und fünfjährigen Kindern an den Grundschulen wurde in Berlin mit dem Schuljahr 2005/06 abgeschafft. Die Vorschule war gratis, die Kinder wurden aber nur während der Unterrichtszeiten und nicht in den Ferien betreut. Im Zuge einer Schulreform wurde die Einschulung um ein halbes Jahr vorgezogen und die vorschulische Erziehung komplett an die Kitas verlagert. Auch Brandenburg bietet Vorschulbetreuung nur in den Kitas an.

Kita-Pflicht für Berliner Kinder?
Nach dem Vorstoß zu einer Betreuungspflicht für Kinder ab dem dritten Lebensjahr haben wir Berliner Eltern gefragt, was sie von der Kita-Pflicht halten: Stefanie Wühle (l.) aus Kreuzberg findet die Idee super: "Ich habe ja selbst gemerkt, dass ich den Kindern nach drei Jahren nicht mehr genüge. Die wollen soziale Kontakte, das ist wahnsinnig wichtig. Mit mir haben die sich irgendwann nur noch gelangweilt." Deshalb findet sie auch eine gesetzliche Pflicht in Ordnung. "Es ist ja das beste für die Kinder."Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: Alexander Haneke
25.07.2013 17:58Nach dem Vorstoß zu einer Betreuungspflicht für Kinder ab dem dritten Lebensjahr haben wir Berliner Eltern gefragt, was sie von...

Dagegen gibt es in Hamburg an den meisten Grundschulen Vorschulklassen. Sie nehmen Kinder ab dem fünften Lebensjahr auf. Für Kinder, die vom Schulbesuch zurückgestellt wurden, ist die Vorschule obligatorisch. Bis zum Übergang in die Grundschule „sollen alle Kinder der Vorschulklassen in der Lage sein, dem Unterricht zu folgen und an einem Gespräch aktiv teilzunehmen“, steht in den Richtlinien der Bildungsbehörde. Die Entwicklung von „Schulfähigkeit“ und „Sprachkompetenz“ sind zentrale Ziele.

In Baden-Württemberg gibt es Grundschulförderklassen für Kinder mit fehlender Schulreife. Bayerische Grundschulen bieten Vorkurse für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen an. In Frankreich gehen Kinder ab drei Jahren in die Ganztagsvorschule, in den Niederlanden greift die Schulpflicht ab dem vierten Lebensjahr. In Finnland wiederum beginnt die Schulpflicht erst mit dem siebten Lebensjahr, für sechsjährige Kinder müssen alle Schulen eine vorschulische Betreuung anbieten.

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