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CSD 2014 : Aus Protest: Die Aids-Hilfe verlässt CSD-Verein

Die Berliner Aids-Hilfe beschließt ihren Austritt aus dem CSD-Verein. Ist das das Ende des Christopher Street Days in Berlin?

Mohamed Amjahid
Die Aids-Hilfe berät Migranten.
Die Aids-Hilfe berät Migranten.Foto: dpa

In den letzten Wochen gab es rund um den Berliner CSD - einer der größten schwul-lesbischen Veranstaltungen weltweit - große Aufregung. Mehrere Mitglieder der Community und nun auch die Berliner Aids-Hilfe stellten sich gegen den Beschluss des CSD-Vereins, die Veranstaltung in „Stonewall Berlin“ umzubenennen. Die Kritiker bezichtigen den Vorstand des CSD-Vereins der Gier. Ein kleiner Zirkel wolle mit einer Umbenennung Geld machen. Ein Dialog sei laut Pressemitteilung der Berliner Aids-Hilfe gescheitert: „Die verantwortlichen MitarbeiterInnen des CSD e.V. sind bis heute der queeren Community, seinen Mitgliedern und auch uns eine konkrete Antwort auf den Aussetzungsantrag zur Umbenennung schuldig geblieben.“

Der CSD-Verein weist diese Kritik allerdings als falsch und diffamierend zurück. Robert Kastl, Geschäftsführer des Vereins betont, dass die Entscheidung zur Neuorientierung und Umbenennung von einer Mehrheit von 97 Prozent der Mitgliederversammlung beschlossen wurde. Auch der Vorwurf der Gier sei falsch. Bei einem Gesamtbudget von 280.000 Euro würden alle Mittel des Vereins satzungsgemäß und nicht-gewinnorientiert verwendet.

Ist der CSD zu kommerziell?

Das Thema Umgang mit HIV-Positiven und Aids-Prävention ist in der Satzung des CSD-Vereins verankert. Der Ausstieg der Berliner Aids-Hilfe ist somit als großer Rückschlag für die Veranstaltung insgesamt zu werten. Kritiker hatten in den letzten Jahren eine zunehmende Kommerzialisierung und eine Abkehr von den ursprünglichen politischen Zielen der Gleichberechtigung bemängelt.

Die Macher des neuen „Stonewall Berlin“ wollen aber die Größe ihrer Veranstaltung bewahren. Die Anzahl der Ende Juni am Marsch teilnehmenden Trucks und Wagen soll stabil bleiben. Letztes Jahr waren es rund 50. Deswegen hat der CSD-Verein mehrere Botschaften, unter anderem die der USA, der Niederlande und Großbritanniens angefragt weiterhin eigene Länderwagen auf die Piste zu schicken. Von einigen Botschaftern kamen schon positive Signale. Rund um den CSD soll dieses Jahr aber auch wieder eine Gegendemonstration stattfinden. Die Berliner Aids-Hilfe möchte sich rund um den CSD 2014 mit „kreativen, bunten, lauten und mit politischen Aussagen und Forderungen“ beteiligen.

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