• Deutsch-Französisches Volksfest in Berlin: Froschschenkel und Co. ziehen auf den Zentralen Festplatz

Deutsch-Französisches Volksfest in Berlin : Froschschenkel und Co. ziehen auf den Zentralen Festplatz

Froschschenkel, Feuerwerk und Freiluftfilme: Das Deutsch-Französische Volksfest wird in Tegel aufgebaut. Doch auf dem Zentralen Festplatz Berlins gibt es noch mehr zu entdecken.

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Es gibt Orte in Berlin, die nicht jedem Berliner geläufig sind - so wie zum Beispiel der Zentraler Festplatz, Ausrichtungsort für große Volksfeste wie das Deutsch-Französische Volksfest, das am 14. Juni wieder beginnt. Ein Rundgang zeigt das Gelände in Wedding und bringt Geschichte zu Tage, die auch mit der Besatzungszeit der Alliierten zu tun hat.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Mike Wolff
03.06.2013 17:02Es gibt Orte in Berlin, die nicht jedem Berliner geläufig sind - so wie zum Beispiel der Zentraler Festplatz, Ausrichtungsort für...

Merkwürdig still hier oben. Gleich nebenan rollen die Maschinen über den Flugplatz Tegel, unten tost der Verkehr über die Stadtautobahn – aber hier oben in der Riesenradgondel, in 50 Metern Höhe, ist davon komischerweise nichts zu hören. Merkwürdig auch die Aussicht: ganz nah die Kaserne, der Spandauer Schifffahrtskanal, die Jungfernheide. Das zentrale Berlin hingegen mit Fernsehturm, Spree, Tiergarten ist weit weg. Dabei ist das hier doch der – „Zentrale Festplatz“.

Heute beginnt hier der Aufbau des Französischen Dorfes mit 150 Buden, die in zehn Tagen stehen sollen, wenn hier das Deutsch-Französische Volksfest stattfindet. Seit 1963, also seit 50 Jahren, wird es hier gefeiert, und auch in diesem Jahr endet es am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, natürlich mit einem Feuerwerk. Ins Leben gerufen wurde es einst nach dem Vorbild des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes.

Vieles erinnert hier im Berliner Norden noch an die Alliierten, nicht nur die französischen Namen auf den Straßenschildern, sondern auch der alte Wall, den die Soldaten einst zum Schutz errichtet hatten. Hier befanden sich 47 Betonbunker, in denen Munition lagerte. Die Soldaten sind längst abgezogen, die Bunker seit den 90ern abgerissen.

Früher hieß der Platz "Festplatz Tegel"

Die Zeiten haben sich geändert, die Lage des Zentralen Festplatzes auch. Früher befand er sich in Reinickendorf gleich neben dem Flugplatz (deshalb ist auch noch oft die Rede vom „Festplatz Tegel“). Im Jahr 2000 aber ist das Gelände auf die andere Seite der Autobahn gezogen – also nach Wedding.

Ein Rundgang auf dem Zentralen Festplatz
Es gibt Orte in Berlin, die nicht jedem Berliner geläufig sind - so wie zum Beispiel der Zentraler Festplatz, Ausrichtungsort für große Volksfeste wie das Deutsch-Französische Volksfest, das am 14. Juni wieder beginnt. Ein Rundgang zeigt das Gelände in Wedding und bringt Geschichte zu Tage, die auch mit der Besatzungszeit der Alliierten zu tun hat.Weitere Bilder anzeigen
1 von 18Foto: Mike Wolff
03.06.2013 17:02Es gibt Orte in Berlin, die nicht jedem Berliner geläufig sind - so wie zum Beispiel der Zentraler Festplatz, Ausrichtungsort für...

„Volksfeste sind nach wie vor Besuchermagnete. Es ist das Vergnügen des kleinen Mannes“, sagt Harald Wilbertz, der Geschäftsführer der Berliner Festplatz Verwaltungs GmbH. Die genauen Zahlen kennt Michael Roden, der Vorsitzende des Schaustellerverbandes: Bundesweit zähle der Verband nach eigenen Angaben im Jahr fast 180 Millionen Besucher, „ohne Weihnachtsmärkte oder festen Freizeitparks“. Zu den Veranstaltungen auf dem Zentralen Festplatz kommen laut Roden jährlich etwa zwei Millionen Besucher.

Ausblick von oben. 78 000 Quadratmeter ist der Zentrale Festplatz groß - aber nur in weiter Ferne lässt sich hier der Funkturm Berlin erkennen.
Ausblick von oben. 78 000 Quadratmeter ist der Zentrale Festplatz groß - aber nur in weiter Ferne lässt sich hier der Funkturm...Foto: Mike Wolff

Bevor das Weddinger Grundstück zum Zentralen Festplatz wurde, gab es auch kritische Stimmen. Einer, der sich vor einigen Jahren gegen das Gelände aussprach, der damalige haushaltspolitische Sprecher der Grünen Oliver Schruoffeneger, ist auch heute noch nicht überzeugt. „Es ist ein Platz mitten im Nirgendwo. Und er ist einfach schlecht erreichbar, er hat zum Beispiel keine eigene S-Bahn-Station.“ Es sei das eingetreten, was er damals befürchtet hat: „Er hat sich nicht zu dem zentralen Standort entwickelt.“

„Es gibt sicherlich schönere Orte in Berlin, auch zentralere, aber wir haben hier einen festen Platz mit Bezug zum traditionellen Ort des Deutsch-Französischen Volksfestes“, sagt Michael Roden. Eine halbe Million Menschen werden zum Deutsch-Französischen Volksfest erwartet. Besitzer des Zentralen Festplatzes ist das Land Berlin. Seit September 2012 ist das Grundstück planungsrechtlich gesichert und darf nicht verkauft werden. Das Deutsch-Amerikanischen Volksfest ist das Pendant aus dem Süden der Stadt, doch dessen Zukunft ist ungewiss. Es musste umziehen von Dahlem ins Niemandsland an der Heidestraße, und ab 2014 ist nach Rodens Worten „wieder unklar, wo es in Zukunft stattfinden wird“.

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