Familiendrama in Charlottenburg : Vater getötet: Sohn soll in die Psychiatrie

Clemens S. hatte am Freitag seinen Vater in einer Wohnung in Charlottenburg mit einem Stuhlbein erschlagen. Die Haftrichter wiesen ihn die geschlossene Psychiatrie ein. Der Anlass für den Streit ist noch immer unklar.

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Der 21-Jährige, der am Freitag in Charlottenburg seinen Vater getötet haben soll, wurde am späten Sonnabend von einem Haftrichter nicht in die Untersuchungshaft, sondern in die forensische Psychiatrie eingewiesen. Dem 21-Jährigen wird juristisch Totschlag vorgeworfen, nicht Mord.

Clemens S. soll, wie berichtet, am Freitagvormittag nach einem heftigen Streit seinen Vater in der Wohnung in der Herderstraße mit einem Stuhlbein erschlagen haben. Der 57-jährige Fritzkarl S. war kurz nach der Tat gestorben. Der Zwillingsbruder des Tatverdächtigen hatte den Vater schwer verletzt gefunden und die Polizei alarmiert. Clemens S. rief dann wenig später seinen Bruder an und berichtete, wo er sich aufhielt. Die Polizei konnte den verwirrt wirkenden Sohn am Savignyplatz festnehmen. Worum es im Streit genau ging, ist unklar.

Ähnlichkeit mit Westend-Mord

Der Fall erinnert in vielen Details an den Mord an dem Notar Ingo W. in Westend vor einem Jahr. Dort hatten sich, wie im aktuellen Fall, die Eltern vor der Tat getrennt. Wie berichtet hat der Prozess wegen Mordes gegen den zur Tatzeit 16 Jahre alten Sohn des Opfers vor wenigen Tagen begonnen.

Der Künstler Fritzkarl S. war im Kiez bekannt. So engagierte er sich für den Ziegenhof im Charlottenburger Danckelmann- Kiez, der das Miteinander fördern soll. „Der Platz hat eine unglaubliche soziale Kraft“, sagte S. vor zwei Jahren dem Tagesspiegel. Seit Jahrzehnten arbeitete er in Berlin als Maler, Regisseur von Dokumentarfilmen und Werbespots sowie als Fotograf. Vor einigen Jahren hatte er Ausstellungen von Bildern und Fotografien in der Villa Grisebach und beim Auktionshaus Bassenge. Seine Zwillingssöhne haben 2011 auf einer Charlottenburger Schule ihr Abitur gemacht.

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