FDP vor Landtagswahl in Brandenburg : „Die Partei sage ich nicht mehr so laut“

Matti Karstedt ist mit 18 Jahren der jüngste Kandidat bei der Wahl – und in der FDP.

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Liberaler im Grünen. Matti Karstedt ist der jüngste Kandidat bei der Brandenburg-Wahl 2014 - und FDP-Mitglied.
Liberaler im Grünen. Matti Karstedt ist der jüngste Kandidat bei der Brandenburg-Wahl 2014 - und FDP-Mitglied.Foto: privat

Herr Karstedt, Sie sind gerade 18 geworden und treten am Sonntag für die FDP als Direktkandidat an. Was haben Sie der Politik als junger Mensch zu bieten?

Der Altersdurchschnitt im Potsdamer Landtag ist 53, der jüngste Abgeordnete ist über 30. Ich kann besser für die jüngere Generation sprechen.

Zum Beispiel?
Es geht nicht um Revolution oder große Reformen. Sondern darum, die Standards zu gewährleisten. Also zum Beispiel sicherzustellen, dass man für gute Bildung nicht eineinhalb Stunden fahren muss.

Haben Sie so einen langen Schulweg?
Ich brauche für jede Strecke eine Stunde – weil die weiterführende Schule in meinem Ort geschlossen wurde.

Wieso wollen Sie solche Missstände ausgerechnet mit der FDP bekämpfen?
Das ist eine Mischung aus Überzeugungen und Ausschluss der anderen Parteien. Ich bin für einen schlanken Staat, die anderen Parteien sagen mir nicht zu.

Aber die FDP braucht doch keine Sau – so stand es zumindest auf den Wahlplakaten.
Das sehe ich anders. Die FDP braucht jeder, der sich viele Freiräume wünscht und denkt, er kann manches besser als der Staat.

Haben Sie als bekennender FDP-Anhänger Probleme im Freundes- und Familienkreis?
Ich sage den Parteinamen inzwischen nicht mehr ganz so laut wie früher. Aber meistens zeigen die Leute Interesse.

Und falls Sie nicht gewählt werden?
Dann mache ich erst mal Abitur und werde Informatiker oder studiere Jura. Aber auch wenn ich gewählt werde, will ich kein Berufspolitiker werden.

Die FDP könnte im nächsten Landtag nicht mehr vertreten sein. Zeit für einen Parteiwechsel?
Nein, ich bin aus Überzeugung Mitglied. Falls wir nach dem Wahlsonntag nicht mehr im Landtag sind, will ich daran mitwirken, dass sich die Partei neu positioniert und in fünf Jahren wieder erfolgreich in den Landtag zurückkehrt.

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