Flüchtlingsunterkünfte in Berlin : Flüchtlinge ziehen aus neun Turnhallen aus

Insgesamt neun Turnhallen sollen noch in dieser Woche ganz oder teilweise freigezogen werden. Dabei nutzt der neue Senat einen Notfall-Paragraphen.

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Turnhallen sollte nur eine vorübergehende Lösung sein, viele Flüchtlinge wohnen aber länger als ein Jahr in solchen Unterkünften.
Turnhallen sollte nur eine vorübergehende Lösung sein, viele Flüchtlinge wohnen aber länger als ein Jahr in solchen Unterkünften.Foto: Thilo Rückeis

Der Umzug von Flüchtlingen aus Turnhallen in neu errichtete Containerdörfer (Tempohomes) und Gemeinschaftsunterkünfte kommt langsam in Gang. Nach Angaben der Senatssozialverwaltung sollen in dieser Woche mindestens neun Turnhallen ganz oder teilweise leergezogen werden. Die Bewohner der Notunterkünfte Wollenberger Straße und Darßer Straße in Lichtenberg sind bereits in das Tempohome an der Wollenberger Straße 1 umgezogen.

Aus der Turnhalle des OSZ Sozialwirtschaft an der Darßer Straße wurden 69 Menschen verlegt. 43 Flüchtlinge aus der Turnhalle des OSZ Banken-Versicherungen an der Straße Alt-Moabit ziehen ebenfalls dorthin um. Morgen sollen die Bewohner einer Turnhalle an der Malmöer Straße folgen.

Sozialsenatorin Breitenbach will Inbetriebnahme der Tempohomes anweisen

Ein Bürogebäude an der Heerstraße, das zur Gemeinschaftsunterkunft ausgebaut wurde, werde ebenfalls bezogen, heißt es. 21 Bewohner aus der OSZ-Turnhalle Alt-Moabit sollen dahin umziehen, hinzu kommen 61 Menschen, die bislang in der Turnhalle der Leopold-Ullstein-Schule an der Prinzregentenstraße in Wilmersdorf untergebracht waren, sowie „unter Umständen“ auch die 118 Bewohner der Turnhalle an der Forckenbeckstraße.

Bis Freitag sollen die Bewohner der Turnhallen Gürtelstraße (Friedrichshain), Kladower Damm (Spandau), Siemensstraße (Moabit) und Wiesenstraße (Wedding) in die Heerstraße ziehen. „Viele der Betroffenen leben seit 14 Monaten in Turnhallen und befanden sich bislang in einer Situation, die eine selbständige Lebensweise kaum möglich gemacht hat“, erklärte die Sozialverwaltung.

Die neue Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) hatte angekündigt, auf Basis eines Notfall-Paragraphen aus dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) die Inbetriebnahme der seit mehreren Wochen bezugsfertigen Tempohomes anzuweisen.Ein Rechtsstreit um mangelhafte Ausschreibungen hatte die Vergabe an Betreiberunternehmen blockiert.

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