Forderung vom Fahrgastverband : City-Ticket soll in Berlin für AB-Zone gelten

Bisher gilt das City-Ticket der Deutschen Bahn in Berlin nur im inneren Ring. Das sollte sich ändern, fordert der Fahrgastverband.

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Wer vom Berliner Hauptbahnhof außerhalb des Rings fährt, sollte sich lieber eine Fahrkarte kaufen. Das City-Ticket der Deutschen Bahn gilt dort nicht.
Wer vom Berliner Hauptbahnhof außerhalb des Rings fährt, sollte sich lieber eine Fahrkarte kaufen. Das City-Ticket der Deutschen...Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Das Angebot ist attraktiv – aber fast 2,5 Millionen Berliner sind davon ausgeschlossen. Sie dürfen beim Kauf einer Fahrkarte mit Bahncard für die Fahrt zum und vom Bahnhof nicht gratis den Nahverkehr nutzen, weil dies nach den Vorgaben nur innerhalb des S-Bahn-Rings zulässig ist. Jetzt unternimmt der Fahrgastverband Pro Bahn einen neuen Anlauf, die Regularien so zu ändern, dass alle Berliner – und Besucher der Stadt – in den Genuss der Gratis-Fahrten kommen. Vor allem Gäste wissen oft nicht, dass die Fahrten nur im Tarifgebiet A gratis sind. Wer über den Ring hinaus fährt, kann als Schwarzfahrer eingestuft werden.

Berlin ist die Ausnahme beim City-Ticket

Beim Kauf einer Fahrkarte mit Bahncard für den Fernverkehr ab Strecken über 100 Kilometern spendiert die Bahn ein „City-Ticket“ mit – durch einen Vermerk auf der Fahrkarte. Es gilt in über 100 Städten – von Aachen bis Zwickau – fast immer für den gesamten Stadtverkehr. Nur Berlin ist die große Ausnahme. „Ein Unding“, sagt der Pro-Bahn-Landesvorsitzende Peter Cornelius.

Er fordert die Bahn, die S-Bahn, die BVG und den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) auf, unverzüglich neu zu verhandeln. Gespräche seien in der Vergangenheit stets gescheitert, heißt es beim VBB. Der Bahn ist das – noch – zu teuer. Ein Erweitern der Gültigkeit auf das gesamte Stadtgebiet (Tarif AB) würde zu einem „hohen siebenstelligen Mehraufwand“ führen, teilte ein Sprecher mit.

Dies sei für das Unternehmen wirtschaftlich nicht tragbar, weil die Zusatzausgaben nicht durch Mehrverkehre kompensiert werden könnten. Die Berliner Verkehrsunternehmen erhielten bereits jetzt den mit Abstand höchsten Ausgleichsbetrag für die Gratisfahrten mit Bahnen und Bussen zu den Bahnhöfen.

Gilt auch nicht für den Bahnhof Spandau

Durch die Berliner Einschränkung gelte das City-Ticket auch nicht für den Bahnhof Spandau, der für Fahrgäste aus dem westlichen Zentrum nach der Aufgabe der Fernzughalte im Bahnhof Zoo zur Ersatzstation geworden sei, sagte Pro-Bahn-Sprecher Hans Leister. Dabei will die Bahn mit dem City-Ticket für „alle Bahncard-Kunden“ eine Tür-zu-Tür-Mobilität anbieten, wie sie selbst wirbt.

Konsequent ist sie bei Kunden, die außerhalb des Tarifgebiets A erwischt werden. Sie müssen 60 Euro als „erhöhtes Beförderungsentgelt“ berappen. Gnädiger ist die BVG. Fahrgäste mit City-Ticket würden darauf hingewiesen, dass ein Fahrschein gekauft werden müsse, teilte ein Sprecher mit.

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