Grundschulwahl in Berlin : Grüne: Kinder aus Kooperations-Kitas sollen bevorzugt werden

Die Kitapflicht ist zum Streitthema im Wahlkampf geworden. Die SPD ist dafür, die CDU ist dagegen. Die Grünen hingegen kommen mit einen ganz eigenen Vorschlag: In welche Grundschule das Kind geht, soll von der Kita, nicht dem Wohnort abhängen.

von
Die Aufwertung der Kooperationen als Auswahlkriterium könne es Eltern jedenfalls leichter machen, Kinder aus einer Kitagruppe gemeinsam an einer Schule anzumelden.
Die Aufwertung der Kooperationen als Auswahlkriterium könne es Eltern jedenfalls leichter machen, Kinder aus einer Kitagruppe...Foto: dpa

In der aktuellen Debatte um die vorschulische Bildung und eine Kitapflicht machen die Grünen einen neuen Vorschlag. Kinder, die eine Kita besuchen, die mit einer Grundschule kooperiert, sollen es künftig einfacher haben, an dieser Schule einen Platz zu bekommen, selbst wenn sie nicht im Einzugsgebiet der Grundschule wohnen. Dazu müsste das Schulgesetz geändert werden. Einen Antrag haben die Grünen bereits eingebracht, nach den Ferien soll er im Abgeordnetenhaus behandelt werden. Wenn eine Grundschule über die Plätze hinaus, die für Kinder aus dem Einzugsgebiet zur Verfügung stehen, noch Kapazitäten hat, dann soll die Betreuung in einer Kooperationskita als Auswahlkriterium an zweiter Stelle stehen. Nur Geschwister, die auf dieselbe Schule gehen, würden danach als noch wichtigerer Grund gewertet.

Schnupperstunden in der künftigen Schule

Etliche Kitas haben mittlerweile Kooperationen mit Grundschulen geschlossen. Dabei geht es darum, dass die Kinder die Schule kennenlernen und auch die Lehrer schon einen Eindruck haben, wie sich die kommenden Erstklässler entwickeln. In manchen Fällen besuchen die Kitakinder die Schulen für Schnupperstunden, manchmal werden ältere Grundschüler auch Paten für die Kitakinder.

Kita-Pflicht für Berliner Kinder?
Nach dem Vorstoß zu einer Betreuungspflicht für Kinder ab dem dritten Lebensjahr haben wir Berliner Eltern gefragt, was sie von der Kita-Pflicht halten: Stefanie Wühle (l.) aus Kreuzberg findet die Idee super: "Ich habe ja selbst gemerkt, dass ich den Kindern nach drei Jahren nicht mehr genüge. Die wollen soziale Kontakte, das ist wahnsinnig wichtig. Mit mir haben die sich irgendwann nur noch gelangweilt." Deshalb findet sie auch eine gesetzliche Pflicht in Ordnung. "Es ist ja das beste für die Kinder."
Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: Alexander Haneke
25.07.2013 17:58Nach dem Vorstoß zu einer Betreuungspflicht für Kinder ab dem dritten Lebensjahr haben wir Berliner Eltern gefragt, was sie von...

Kinder einer Kitagruppe an gemeinsame Schule

„Es ist doch absurd, wenn Kinder, die bereits seit zwei Jahren an eine Schule herangeführt werden, dann keinen Platz auf dieser bekommen, weil sie auf der falschen Straßenseite wohnen“, sagte der Grünen-Bildungspolitiker Özcan Mutlu.

Die Aufwertung der Kooperationen als Auswahlkriterium könne es Eltern jedenfalls leichter machen, Kinder aus einer Kitagruppe gemeinsam an einer Schule anzumelden. Das könne auch Schulen in sozialen Brennpunkten stärken, die von Eltern oft gemieden würden. In Neukölln, Kreuzberg und Wedding gibt es bereits Beispiele, in denen sich Eltern vor der Einschulung zusammengetan haben, um ihre Kinder gemeinsam an Schulen anzumelden. Viele berichten von guten Erfahrungen.

2 Kommentare

Neuester Kommentar