Hetze im Netz : Gekündigter Hochschullehrer war auch in Tagesspiegel-Community aktiv

Wolfgang Hebold wurde von der FH gekündigt, weil er in Internetforen gegen Moslems hetzte. Auch in der Tagesspiegel-Community fiel der Mathematiker auf.

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In sogenannten Echoräumen treffen sich User, um unwidersprochen Hetzkampagnen zu verbreiten.
In sogenannten Echoräumen treffen sich User, um unwidersprochen Hetzkampagnen zu verbreiten.Foto: dpa

Wolfgang Hebold war Privatdozent an der Fachhochschule für Wirtschaft und Recht. Ihm wurde gekündigt, weil er im Netz gegen Moslems hetzte. Auch beim Tagesspiegel kommentierte er. Doch seit März 2011 nimmt er nicht mehr an den Tagesspiegel-Debatten teil. Er darf nicht mehr teilnehmen, da er unsere Hinweise auf Pauschalisierungen, Herabwürdigungen und Beleidigungen anderer zu verzichten, immer wieder missachtet und ignoriert hatte.

Im August 2014 registrierte er sich erneut bei Tagesspiegel.de mit seinem Klarnamen. Nachdem erfahrenen Moderatoren der Nutzername und der entsprechende Duktus seiner Kommentare auffiel, wurden die Beiträge von Wolfgang Hebold zunächst nicht freigeschaltet. Auf Anfrage von ihm per E-Mail erhielt er folgende Antwort von uns:

Sehr geehrter Herr Hebold,

willkommen zurück. Ich habe die Kollegen gebeten, Ihre Kommentare erneut zu moderieren und gemäß unseren Richtlinien freizugeben. Da es in der Vergangenheit gelegentlich zu Verstößen gegen unsere Netiquette gab, bitte ich Sie freundlich, sich sachlich in die Debatten einzubringen.

Beste Grüße, Atila Altun

Seine Reaktionen auf uns sorgten allerdings dafür, dass wir ihn ad hoc wieder gesperrt hatten:

Werter Altun,

Sie und Ihr Forum für Linksfaschisten sind wirklich so armselig, wie man es im Internet überall nachlesen kann.

Beste Grüße, Hebold

Gemeint sind damit wohl jene Internetseiten, auf denen Hebold seiner Verachtung Andersdenkenden gegenüber freien Lauf lassen kann. Seiten, auf denen das Herabwürdigen und Beleidigen anderer als Teilnahmevoraussetzung erscheint. Echoräume, wo Gleichgesinnte im Rausch Volksverhetzung und Rufmord betreiben und sich dabei gegenseitig auf die Schulter klopfen. Ein Hort von Nutzern, die auf seriösen Webseiten längst nicht mehr mitdiskutieren dürfen und nun einen Ort gefunden haben, wo sie offenbar Frust und Weltanschauung mit Gleichgesinnten teilen.

Der RBB hatte den Fall zuerst publik gemacht. Der Sender zitierte Hebold, wie er auf einem Hetzportal kopftuchtragende Frauen diskreditiert hat: "Falls eine Lehrerin mit Kopftuch erscheint, machen wir in der entsprechenden Schule Randale. Dann ist der Schulfrieden hin und die Museltante muss sich zivilisiert kleiden. Oder gehen." Oder wie er seine Einstellung gegenüber muslimischen Menschen in der Öffentlichkeit auslebt: "Mir ist vor einiger Zeit auch son Mossi mit seinem verpackten Vieh auf dem S-Bahnhof über den Weg gelaufen – ich habe ihm direkt gesagt, dass er nach Arabien verschwinden soll." Im weiteren Verlauf des Interviews versucht er dann auszuweichen und fühlt sich in die Enge gedrängt: "Das seien Inquisitionsfragen."

Was Hebold selbst sagt und wie seine Studenten reagieren, lesen Sie hier.

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