Berlin : Islamische Föderation will ihren Religionsunterricht ausweiten

An 15 weiteren Schulen in ganz Berlin soll es künftig die Islamkunde des Vereins geben. Doch die angepeilten Schulen wissen davon noch gar nichts

Susanne Vieth-Entus

Nach den Sommerferien sollen es rund 1000 weitere Schüler sein, die den Religionsunterricht der Islamischen Föderation in Anspruch nehmen. Das sagte Vorstandsmitglied Burhan Kesici dem Tagesspiegel. Bisher nehmen etwa 3000 Schüler an 28 Schulen das Angebot wahr. Nun will die Förderation an 15 weiteren Schulen Unterricht anbieten. Welche das sind, steht im Internet: Demnach soll es erstmals in Charlottenburg-Wilmersdorf(Schinkel-Grundschule, Mierendorff-Grundschule und Ludwig- Cauer-Grundschule) und in Zehlendorf- Steglitz (Ludwig-Bechstein-Grundschule) Unterricht der Föderation geben. Außerdem sollen zwei Schulen in Tempelhof-Schöneberg, zwei in Kreuzberg, vier in Neukölln und drei in Mitte hinzukommen.

Allerdings wissen nicht alle Schulen von diesen Plänen. Die Schwielowsee-Schule lässt erklären, es gebe wegen einer Asbest-Sanierung keine Räume für Islamunterricht. Auch alle anderen Schulen, die vom Tagesspiegel auf die Internet-Nachrichten der Islamischen Föderation angesprochen wurden, reagierten überrascht. „Wir haben noch gar keine Anmeldungen für Islamunterricht“, hieß es. Das habe man der Föderation mitgeteilt. Die Leiterin der Neuköllner Peter-Petersen-Schule sagte, sie biete bereits islamkundlichen Unterricht des Vereins „Courage gegen Fremdenhass“ an.

Die Islamische Föderation zeigt sich von diesen Äußerungen unbeeindruckt. „Die Schulen haben mit uns zu kooperieren“, stellt Burhan Kesici klar. Im Übrigen werden es bestimmt Anmeldungen geben. Noch sei viel Zeit bis zum neuen Schuljahr. Aus Umfragen im Umfeld der Schulen wisse man, dass es Interesse an dem Angebot gebe.

Nach dem neuen Schulgesetz müssen die Religionslehrer, die im Auftrag von Glaubensgemeinschaften an den staatlichen Schulen unterrichten und vom Land finanziert werden, ein Lehramtsstudium nachweisen oder eine vergleichbare Ausbildung. Bisher waren die Anforderungen weniger hoch. Laut Kesici verfügt die Föderation über Lehrkräfte, die den neuen Anforderungen genügen. Auch mit der deutschen Sprache hätten sie keine Probleme. Wie berichtet, hatte die staatliche Schulaufsicht festgestellt, dass nur vier von 23 Lehrern der Föderation einwandfrei Deutsch sprechen. Kesici zweifelt diese Beurteilungen an. Es gebe nur ein oder zwei Lehrer mit Sprachproblemen.

Die Liste im Internet unter

www.islamische-foederation.de

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