• Justiz ermittelt gegen Flugschüler: Nach Cessna-Crash: Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Justiz ermittelt gegen Flugschüler : Nach Cessna-Crash: Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Gegen den 51-jährigen Flugschüler, der vermutlich die Notlandung der Cessna provozierte, wird nun wegen des versuchten Mordes ermittelt. Der Fluglehrer wurde bei der Bruchlandung verletzt.

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Diese Cessna ist am Freitagnachmittag in Bad Freienwalde notgelandet.
Diese Cessna ist am Freitagnachmittag in Bad Freienwalde notgelandet.Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Flugschüler, der am Freitagabend die Notlandung einer Cessna verursacht haben soll, nun wegen versuchten Mordes. Zudem werde dem 51-Jährigen ein „Angriff auf den Luftverkehr“ vorgeworfen, ebenfalls ein schwerer Vorwurf – auf den mindestens fünf Jahre Haft stehen. Wie berichtet, hatte sich am Freitagabend in den Oderauen nahe Wriezen eine einmotorige Cessna bei einer Notlandung überschlagen. Der 73-jährige Pilot war verletzt worden. Dessen Ehefrau hatte bereits am Sonnabend gegenüber dem Tagesspiegel von einem „hinterhältigen Angriff“ auf ihren Mann gesprochen. Ein Polizeisprecher hatte dies am Sonnabend nicht bestätigen wollen – weil es innerhalb der Brandenburger Polizei Kommunikationsprobleme gab. So wusste die zunächst zuständige Polizeidirektion am Sonnabend nichts davon, dass das Präsidium in Frankfurt und die Staatsanwaltschaft bereits gegen den Flugschüler ermitteln.

Demnach habe der Pilot Winfried Gebhardt bei der Polizei ausgesagt, angegriffen worden zu sein, der Schüler habe mehrfach versucht, ihm ins Steuer zu greifen. Deshalb sei die Maschine vor der Notlandung nach Angaben von Augenzeugen einige Zeit „auf und ab“ geflogen. Die Straftat, die die Ermittler ihm vorwerfen wird im Strafgesetzbuch (§316c) so definiert, dass Gewalt angewendet wird, um „die Herrschaft über ein Luftfahrzeug zu erlangen“. Das Motiv ist unklar, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte dazu nichts sagen. Die Ehefrau des Opfers sagte am Sonntag, dass es nicht die erste Flugstunde des gebürtigen Griechen in der Schule ihres Mannes gewesen sei.

Gestartet war die Cessna in Strausberg. Wie berichtet, war der 51-Jährige nach dem Crash weggelaufen. Er war erst vier Stunden später, gegen 21 Uhr, verletzt und schlafend von einem Fährtenhund der Polizei 800 Meter von der Cessna entfernt gefunden worden. Fluglehrer Gebhardt ist nach Angaben seiner Frau noch in Berlin im Krankenhaus. Am Montag sollen genaue Untersuchungen erfolgen.

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