Kampf gegen Jugendkriminalität : Neuköllner Pilotprojekt zieht positive Bilanz

Kriminelle Karrieren von Jugendlichen sollten früh gestoppt werden. Dafür wurden in Neukölln zwei Staatsanwälte nur für junge Straftäter eingesetzt - nun zieht der Bezirk eine positive Bilanz.

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Nach einem Jahr kann das Neuköllner Modell eine positive Bilanz ziehen.
Nach einem Jahr kann das Neuköllner Modell eine positive Bilanz ziehen.Foto: imago

Ein Jahr ist es her, dass der „Staatsanwalt für den Ort“ geschaffen wurde, ein Pilotvorhaben innerhalb der Staatsanwaltschaft, fokussiert auf den Bezirk Neukölln, wo kriminelle Karrieren junger Straftäter noch immer zahlreicher sind und intensiver verlaufen als anderswo. In einer Zwischenbilanz der Senatsverwaltung wird das Projekt positiv bewertet.

Im ersten halben Jahr des Projekts wurden demnach 1260 Ermittlungsverfahren bearbeitet und 280 Anklagen erhoben. Zwei Drittel der Verfahren konnten binnen eines Monats erledigt werden. Zwei Staatsanwälte sind hier am Werk, sie sitzen bei ihren Kollegen in Moabit.

Strafverfolgung und Prävention sollen verzahnt werden

Allerdings hat das Neuköllner Jugendamt immer noch nicht das Personal für die geplante neue Abteilung eingestellt, und so fehlt in dem Mosaik ein wichtiger Baustein. Laut Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) muss die Ausschreibung über die Tische verschiedenster Personalvertreter, und jeder hat eine eigene Frist zur Stellungnahme, was seit Wochen den Betrieb aufhalte. Erstmals hatte Liecke dem Tagesspiegel Ende 2014 von der geplanten Abteilung berichtet. Es sollen drei Sozialarbeiter eingestellt werden, die Arabisch und Türkisch können und das direkte Gespräch mit den Familien der jungen Straftäter suchen sollen. Es geht darum, Strafverfolgung und Prävention zu verzahnen und alle Beteiligten zu vernetzen – Staatsanwaltschaft, Polizei, Jugendamt, Jugendgerichtshilfe, Schule. So sollen kriminelle Karrieren früh erkannt und ausgebremst werden. Die Familien spielen dabei eine wichtige Rolle.

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