Kriminalitätsatlas : "Es gibt in Berlin keine No-go-Areas"

28.08.2012 00:00 Uhrvon
Die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers will in belasteten Gegenden mehr Beamte einsetzen. Foto: dpa / picture alliance
Die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers will in belasteten Gegenden mehr Beamte einsetzen. - Foto: dpa / picture alliance

Die amtierende Polizeichefin Koppers hat den neuen Kriminalitätsatlas vorgestellt - und vor Pauschalurteilen über einzelne Stadtteile gewarnt. Streit gibt es über die ethnische Einordnung von Tätergruppen.

Berlins Polizei will sich in der Kriminalitätsbekämpfung stärker als bisher auf regionale Schwerpunkte konzentrieren. Das kündigten Innensenator Frank Henkel (CDU) und die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses an. Sie reagierten damit auf die Ergebnisse des in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen Kriminalitätsatlas für die Jahre 2006 bis 2011. Die Aufschlüsselung von 17 Arten von Straftaten nach 95 Ortsteilen hatte wie berichtet unter anderem ergeben, dass die Ortsteile Spandau, Mitte und Tiergarten im Verhältnis zur Einwohnerzahl am stärksten belastet sind, gefolgt von mehreren Kiezen in Wedding und Neukölln.

Koppers kündigte an, in belasteten Gegenden mehr Beamte einzusetzen. Allerdings seien die Einflussmöglichkeiten der Polizei „begrenzt“. Die Polizeipräsidentin warnte davor, bestimmte Stadtteile pauschal zu verurteilen: „Es gibt in Berlin keine No-go-Areas.“

Innensenator Henkel kündigte an, die Polizei werde intensiver als bisher gegen die stark gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche vorgehen. Betroffen seien vor allem Stadtrandgebiete mit Einfamilienhäusern wie Steglitz-Zehlendorf oder Marzahn-Hellersdorf, bei den absoluten Zahlen führe allerdings Charlottenburg-Wilmersdorf die Einbruchsstatistik an.

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Wegen dieser Entwicklung habe die Polizei ihre Beratungen ausgeweitet und biete sie künftig kostenlos an, in den vergangenen Wochen seien 14 000 Handzettel zur Sicherheit in Wohnhäusern verteilt worden. Da nach Erkenntnissen der Polizei viele Wohnungseinbrüche von reisenden Tätern aus osteuropäischen Staaten begangen werden, will Henkel die Zusammenarbeit mit den dortigen Polizeibehörden ausbauen. So habe er gerade die Botschafter Rumäniens und Bulgariens angeschrieben und angeboten, deren Polizisten in Berlin hospitieren zu lassen, berichtete der Innensenator dem Ausschuss. Auch beteilige sich das Land an einem neuen Forschungsprojekt des prominenten Kriminologen Christian Pfeiffer, dessen Forschungsinstitut eine Studie zur Kriminalitätsprävention erarbeite. Zudem kündigte Henkel an, in den als besonders betroffen identifizierten Vierteln mehr Streifenpolizisten auf die Straßen zu schicken.

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