Überdurchschnittlich viele Straftäter mit Migrationshintergrund

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Kriminalitätsatlas : "Es gibt in Berlin keine No-go-Areas"
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Polizeipräsidentin Koppers kündigte an, dass die Polizei künftig enger mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten wolle. Statt mit wechselnden Ansprechpartnern wolle man künftig in größeren Verfahren zentral ermitteln.

Streit provozierte im Innenausschuss die ethnische Einordnung von Tätergruppen. Polizeipräsidentin Koppers hatte die aktuellen Datensätze so zusammengefasst, dass neben der Alters- und Sozialstruktur auch die Frage des Migrationshintergrundes eine wichtige Rolle spielt. So hätten überdurchschnittlich viele Straftäter (68,4 Prozent) einen Migrationshintergrund, was so definiert ist, dass entweder sie selbst oder mindestens ein Elternteil Staatsangehörige anderer Länder sind oder waren. Linken-Fraktionschef Udo Wolf warf Koppers und Henkel vor, mit derartigen Zuschreibungen eine „stigmatisierende Debatte“ anzuheizen. Auch Benedikt Lux von den Grünen forderte „mehr Zurückhaltung“ bei der Korrelation von Kriminalität und Herkunft. Lux warf Henkel und Koppers vor, kein Konzept gegen die Einbruchskriminalität zu haben. Aufklärung allein reiche nicht, Lux vermisst „konkretere Maßnahmen“. Der Grünen-Politiker hielt Henkel vor, beim Kampf gegen Einbrecher nicht den gleichen Einsatz zu zeigen wie zuvor beim Kampf gegen Autobrandstifter. Das wies der Innensenator zurück und verwies unter anderem auf eine Arbeitsgruppe zum Thema Einbrüche von Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft.

Auch der Vorsitzende der Piraten-Fraktion, Christopher Lauer, kritisierte, dass unklar sei, was der Innensenator konkret gegen die Zunahmen von Einbrüchen unternehmen will. Und Linken-Politiker Wolf forderte, Senat und Polizei müssten „klarmachen, wie man auf die neuen Erkenntnisse reagiert“. Die Polizeipräsidentin antwortete: „Da fängt die Diskussion erst an.“

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