Liveticker zum Nachlesen : Was am 1. Mai in Berlin geschah

Lesen Sie hier in unserem Blog nach, was am 1. Mai in Berlin genau geschah.

von , , , , , und Christa Roth, Isabelle Buckow, Annika Sartor
Vor dem Jüdischen Museum.
Vor dem Jüdischen Museum.Foto: dpa

00:18: Das Myfest ist zu Ende - die Demonstration aufgelöst. Damit geht auch unser Live-Blog zu Ende. Es war ein bunter 1. Mai mit Party und Demonstrationen, aber auch mit Ausschreitungen am Ende, die aber von der Polizei rasch unterbunden wurde. Wir danken Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für Ihr Interesse.

23:44: Die Veranstalter der "Revolutionären 1. Mai Demonstration" sprechen von 25.000 Teilnehmern. Die Polizei hat den ganzen Abend von rund 10.000 gesprochen. Die Organisatoren werfen den Beamten vor, die Demo mit "massiver Gewalt" aufgelöst zu haben.

23:19 „Ich bin überwiegend zufrieden“, sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) am späten Abend in einer ersten Bewertung: „Die allermeisten Veranstaltungen verliefen friedlich.“ Henkel verurteilte zugleich die Ausschreitungen auf der abendlichen „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ und beschuldigte Teile der Demonstranten, sie hätten von Beginn an eine „aggressive Stimmung aufgebaut“. Der Innensenator lobte zugleich, die Polizei sei „optimal aufgestellt“ und habe „sehr, sehr professionell gearbeitet“.  Der CDU-Politiker betonte aber, für eine abschließende Bewertung müsse erst der Verlauf der Nacht abgewartet werden.

Sehen Sie hier in einer Bilderstrecke, was am Ersten Mai in Berlin geschah:

Der 1. Mai 2012 in Berlin
Aufräumen vor dem Jüdischen Museum: Hier wurde am Dienstagabend die Demonstration "Der Druck steigt - für die soziale Revolution" vorzeitig beendet.Weitere Bilder anzeigen
1 von 115Foto: dpa
02.05.2012 14:08Aufräumen vor dem Jüdischen Museum: Hier wurde am Dienstagabend die Demonstration "Der Druck steigt - für die soziale Revolution"...

23:10: In der Oranienstraße beim Myfest zeigt sich das freundliche Gesicht dieses Maifeiertages. Keine Randalen, dafür Party und friedlich feiernde Menschen überall. Bässe dröhnen durch die Straße, viele Feiernde tanzen zu elektronischer Musik. Von der Polizei ist wenig zu sehen.

22:18: Auch ein Supermarkt ist in Kreuzberg bei den Ausschreitungen in Mitleidenschaft gerissen und attackiert worden. Laut Polizei ist aber keiner ins Innere des Supermarkts eingedrungen, weshalb die Polizei auch nicht von einer Plünderung ausgeht.

Sehen Sie hier Live-Bilder und Videos vom Myfest in Kreuzberg

22:10: Laut Polizeisprecher ist das Myfest normal zugänglich - allerdings nicht für unseren Reporter, der wird am Eingang von einem Polizeibeamten am Zugang gehindert.

22:01: Ähnliche Szenen wie in Berlin spielten sich auch in Hamburg ab. Bei der Schlusskundgebung der revolutionären 1. Mai-Demonstration warfen Teilnehmer Flaschen, Böller und Steine auf Beamte. Rund 1400 Teilnehmer waren zuvor von den St. Pauli-Landungsbrücken über die Reeperbahn in den
Stadtteil Ottensen gezogen. Schon dabei warfen einige Demonstranten Böller auf die Einsatzkräfte und zündeten bengalische Feuer.

Die Polizei setzte im Schanzenviertel in der Nähe des alternativen Kulturzentrums Rote Flora einen Wasserwerfer ein. Sie war mit rund 1000 Beamten präsent.

21:54: Auch die Piratenpartei war am Rande der Demo unterwegs - mit orangefarbenen Westen und der Aufschrift: "Parlamentarische Beobachter". Mit dabei Oliver Höfinghoff. Er sagt dem Tagesspiegel: "Es gab ein ganz kleines Feuerchen und die Polizei ist gleich massiv rein gegangen und hat aus nächster Nähe Pfeffergas eingesetzt." Die Polizei habe verhindert, dass die Demo weiter Richtung Mitte ziehen konnte. "Und sie hat die Eskalation in Kauf genommen."

21:50: Wer die Demonstration nun aufgelöst hat, ist unklar. Fakt ist aber, dass die Polizei nicht lange gewartet hat und schon bei der ersten Auseinandersetzung massiv vorgegangen ist. Ein Polizeisprecher sagte, die Veranstalter hätten keinen Einfluss mehr auf die Demonstranten gehabt und die Polizei um Hilfe gebeten. Diese habe dann nach Absprache mit den Veranstaltern die Auflösung der Demonstration ausgesprochen.

21:40: Am Moritzplatz ist die Polizei präsent.

21:35: Anekdote am Rande: Ein sichtlich überraschter Anwohner aus der Ritterstraße geht zu einem Polizisten und fragt: "Wollen die hier etwa alle schlafen?" Der Polizist schiebt seine Maske etwas zur Seite und sagt: "Ick globe nicht."

21:32: Widersprüchliche Darstellungen: Die Demonstrationsleitung verkündet über Megaphon, dass die Polizei den Aufzug aufgelöst habe. Von Polizei-Führern wird das bestritten. Man habe kein Interesse, den Marsch vorzeitig zu beenden, heißt es in Hinblick auf die Strategie der Einsatzkräfte. Viel wichtiger sei es, den Autonomen den Weg zurück zum Kreuzberger Oranienplatz zu verstellen.

21:24: Die Polizei möchte nun, dass die Demonstranten den Ort des Geschehens verlassen. Folgende Durchsage ist zu hören: "Sie haben ihr Recht auf Versammlungsfreiheit verwirkt." Offenbar kommen nun noch zusätzliche Polizisten hinzu, um die Situation besser unter Kontrolle zu bekommen. Derweil wurden vor dem Jüdischen Museum die Scheiben eines Polizei-Wächterhäuschens eingeschlagen.

21:19: Bei den Ausschreitungen ist auch ein Balkon durch Pyrotechnik in Brand gesetzt worden.

21:18: Nördlich des Jüdischen Museums: Die eingekesselten Demonstranten werden nervös. Sie kommen im Moment kein Schritt weiter.

21:12: Die Demo ist aufgelöst. In der Nähe des Jüdischen Museums hat sich der Zug festgelaufen, es fliegen vereinzelt Steine und Flaschen. Die Polizei hat die Demo eingekesselt und lässt vor allem den hinteren Teil der Demo durch. Dabei dürfen nur vereinzelt kleinere Gruppen von fünf bis zehn Mann die Polizeikette passieren. Die langen Wartezeiten führen zu Verärgerungen unter den Demonstranten. Viele diskutieren mit den Polizeibeamten in der ersten Reihe. Es bleibt jedoch bei harmlosen Wortgefechten. Die meisten ziehen Richtung Kreuzberg ab.

Sehen Sie hier, wie Menschen weltweit den Ersten Mai begehen

So begeht die Welt den 1. Mai
Los Angeles, Westküste der USA: Auch hier wird demonstriert - für die Rechte von illegalen Immigranten.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Reuters
01.05.2012 14:09Los Angeles, Westküste der USA: Auch hier wird demonstriert - für die Rechte von illegalen Immigranten.

21:09: Die Polizei-Vizepräsidentin Margarete Koppers ist direkt vor Ort bei den Polizeibeamten.

21:02 Kritischer Moment für die Polizei: Der Demonstrationszug hat sich in der Nähe des Springer-Hochhauses in der Markgrafenstraße festgelaufen. Die Polizei ist nervös und rätselt, ob die Autonomen überhaupt weiter marschieren wollen, oder den Aufzug auflösen, um sich den Rückweg nach Kreuzberg nicht von den Einheiten der Polizei verstellen zu lassen.

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