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Masern an Gymnasium in Berlin-Charlottenburg : Nur geimpfte Schüler und Lehrer dürfen zum Unterricht

Am Wald-Gymnasium ist am Mittwoch wegen eines Masernfalls der Unterricht abgebrochen worden. Wer ab Donnerstag ins Schulgebäude will, muss seinen Impfausweis vorlegen. Ungeimpfte bleiben erst einmal außen vor.

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Foto: Patrick Seeger

Donnerstagmorgen, Waldschulallee, Berlin-Eichkamp. Wer keinen Impfpass hat, darf das Gelände der Wald-Schule nicht betreten. Das Gesundheitsamt sei im Einsatz und prüfe die Impfbücher im Klassenzimmer, sagte Schulleiter Wolfgang Ismer am Morgen. Dieser begründet seine Entscheidung damit, dass "wir eine gemeinsame Mensa für alle Schüler haben", also für die jüngeren Schüler und auch für die der Oberstufe; die Viren würden sich drei Stunden in der Raumluft halten. Deshalb habe er sich am Vortag für die Vorsichtsmaßnahme entschieden. Der Junge sei seit 17. Februar erkrankt; das Gesundheitsamt habe ihn über die Diagnose am Mittwoch informiert.

Am Vortag gegen 11 Uhr war das Wald-Gymnasium wegen eines Masernausbruchs kurzfristig geschlossen worden, nachdem der Fall von Masern bekannt geworden ist. Wie der Tagesspiegel über eine Rundmail an Schüler und Lehrer der Schule erfahren hatte, wurde der Unterricht aller Jahrgangsstufen abgebrochen. Am Donnerstagmorgen sollten sich Schüler und Lehrer mit ihrem Impfnachweis in der Schule einfinden. Laut dem Rundbrief wird der Anteil der ungeimpften Schüler auf zehn Prozent geschätzt.

Wer geimpft ist, soll weiter unterrichtet werden. Ungeimpfte dürfen laut dem Rundschreiben das Schulgelände bis zum 3. März nicht mehr betreten. Dieser Termin gelte als Ende der Inkubationszeit. Schulleiter Wolfgang Ismer habe dieses Vorgehen "in Absprache mit den Verantwortlichen auf Regional- und Landesebene" beschlossen, heißt es in der Mitteilung. Die Charlottenburg-Wilmersdorfer Gesundheitsstadträtin Elfi-Jantzen (Grüne) sowie die Pressestelle der Senatsverwaltung für Bildung waren für Rückfragen zunächst nicht erreichbar.

Erst am Montag war in der Carl-Zeiss-Sekundarschule in Lichtenrade der Unterricht komplett ausgefallen, nachdem am Freitag zuvor die Masernerkrankung eines ungeimpften Schülers bekannt geworden war. Gesundheitsstadträtin Sibyll-Klotz (Grüne) hatte diese Entscheidung im Nachhinein als "vollkommen überzogene Maßnahme" kritisiert. In der Schule war die Entscheidung allerdings überwiegend positiv aufgenommen worden.

In Berlin haben sich in diesem Jahr bereits mehr als 600 Menschen mit der hoch ansteckenden Krankheit infiziert. Die Zahl der Fälle steigt täglich.

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