• Nach Brand in geplanter Flüchtlingsunterkunft in Nauen: 20.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter

Nach Brand in geplanter Flüchtlingsunterkunft in Nauen : 20.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter

Das Land Brandenburg zahlt 20.000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung der Brandstifter von Nauen führen. Am Dienstag war in dem Ort eine geplante Flüchtlingsunterkunft angezündet worden.

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Spürhunde der Berliner Polizei sind in Nauen (Brandenburg) vor der abgebrannten Turnhalle im Einsatz. Ganz in der Nähe halten die Berliner Grünen ihre jährliche Fraktionsklausur ab.
Spürhunde der Berliner Polizei sind in Nauen (Brandenburg) vor der abgebrannten Turnhalle im Einsatz. Ganz in der Nähe halten die...Foto: Nestor Bachmann/dpa

Nach dem Brandanschlag auf die geplante Notunterkunft für Flüchtlinge in Nauen hat das Land Brandenburg 20.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. „Der Anschlag ist eine erbärmliche Tat“, sagte Landesinnenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag in Potsdam. Die Suche nach den Brandstiftern blieb bisher erfolglos. Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte die Sporthalle einer Schule in Brand gesetzt, die für die Unterbringung von Asylbewerbern vorgesehen war

Grüne tagen in der Nähe von Nauen

Schon vor Monaten hatten sich die Berliner Grünen entschieden, ihre jährliche Fraktionsklausur auf dem idyllischen Landgut Borsig in der Nähe von Nauen abzuhalten, wenige Kilometer hinter der westlichen Berliner Stadtgrenze. Von Idylle ist aber Nauen derzeit weit entfernt.

In der Nacht zu Dienstag wurde dort eine Sporthalle in Brand gesetzt, in der eine Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet werden sollte. Anlass für die Fraktionsvorsitzenden Ramona Pop und Antje Kapek und andere Abgeordnete, sich vor Beginn der Klausur direkt am Ort bei Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) und Vertretern von Willkommens-Initiativen über die Situation in Nauen zu informieren.

Schon häufiger Probleme mit Rechtsextremen

Was sie hörten, klang mehr als beunruhigend. Initiativen-Sprecherin Anke Bienwald sprach von einem spürbaren Alltagsrassismus in der Stadt, der inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Und Bürgermeister Fleischmann berichtete von der rechtsextremen Szene in der Stadt, die es im Februar dieses Jahres sogar schaffte, eine Stadtverordnetenversammlung zu stören und die Verordneten zu bedrohen.

Auch Ursula Nonnemacher von den Brandenburger Grünen sagte, dass der Brandanschlag nicht aus heiterem Himmel gekommen sei. Es gebe feste rechtsextreme Strukturen, etwa die sogenannten Freien Kräfte in Ostprignitz-Ruppin und Havelland.

Die abgebrannte Halle befindet sich direkt neben dem Leonardo-da-Vinci-Campus, auf dem sich Bildungseinrichtungen von der Kita bis zu einer Gesamtschule befinden. Die Internatsschüler schlafen nur wenige Meter von der Halle entfernt. Leiterin Irene Petrovic-Wettstädt forderte auch ein Sicherheitskonzept für den Campus. Auch sie verwies auf Erfahrungen mit Rechtsextremen, die Schüler bedrohten. (mit dpa)

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