Nachruf : Spandaus Ex-Bürgermeister Konrad Birkholz verstorben

Er zeichnete sich durch Bürgernähe aus, hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Spandauer - und sammelte Teddybären. Nach langer Krankheit ist Ex-Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz gestorben.

Rainer W. During
Mit 16 Jahren im Amt war der Spandauer Konrad Birkholz lange Jahre der dienstälteste Bezirksbürgermeister der Stadt.
Mit 16 Jahren im Amt war der Spandauer Konrad Birkholz lange Jahre der dienstälteste Bezirksbürgermeister der Stadt.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Konrad Birkholz ist tot. Der ehemalige Spandauer Bezirksbürgermeister und Ehrenvorsitzende der Spandauer CDU starb am Dienstag nach langer Krankheit im Alter von nur 67 Jahren, teilte seine Partei mit. Erst im Dezember hatte ihm der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Stadtältestenwürde Berlins verliehen.
Kein Bezirksbürgermeister im Nachkriegs-Berlin konnte auf eine längere Amtszeit zurückblicken als „Konni“ Birkholz, wie er von Freunden ebenso wie von politischen Gegnern genannt wurde. 1995 war es ihm gelungen, für die CDU die traditionell sozialdemokratische Hochburg Spandau zu erobern. 16 Jahre lang blieb er an der Spitze des Bezirksamtes, bis er 2011 auf eine erneute Kandidatur verzichtete. Dem Ortsverband der Christdemokraten in seiner Kladower Heimat stand er bis zuletzt vor, seit 26 Jahren.

1995 eroberte er Spandau

Birkholz zeichnete sich in seiner Amtszeit durch seine Bürgernähe aus, hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Spandauer. Da kam wieder der Sozialpädagoge zum Vorschein, der vor seiner Politkarriere versucht hatte, als Bewährungshelfer gestrauchelte Jugendliche wieder auf den rechten Weg zu bringen. Dass er sich oft mehr Zeit nahm, als sein enger Kalender erlaubte und deshalb zu Terminen fast schon notorisch zu spät kam, machte ihn ebenso liebenswert wie seine Vorliebe für Teddybären. Die sammelte Birkholz in großer Zahl und sprach von seinem „bärigen Vergnügen“. Ein dickes Fell wie seine Bären brauchte Birkholz, der seit 1979 der Bezirksverordnetenversammlung angehörte und ab 1992 als Stadtrat für Wirtschaft und Finanzen fungierte, sowohl im Streit mit der Opposition als auch mit dem Senat, dem er noch kurz vor seiner Pensionierung Arroganz gegenüber den Bezirken vorwarf.

Der "Dorfschulze" hatte keine Ambitionen auf Höheres

Anders als manche Kollegen hatte der Kladower, der den Dienstwagen samt Chauffeur gerne mit seinem alten VW-Bus vertauschte, nie Ambitionen, die Bezirkspolitik als Sprungbrett ins Abgeordnetenhaus oder in den Bundestag zu nutzen. Birkholz war Kommunalpolitiker mit Leib und Seele, bezeichnete sich selbst gerne als den „Spandauer Dorfschulzen“. Wer spätabends am Rathaus an der Carl-Schurz-Straße vorbei kam, sah fast immer hinter einem Fenster noch Licht brennen – im Bürgermeisterbüro. Der Kreisvorsitzende und Berliner CDU-Generalsekretär Kai Wegner würdigte Konrad Birkholz als einen „ganz Großen seiner Zeit“. Viel zu früh wurde „Konni“ aus dem verdienten Unruhestand gerissen. Er hinterlässt Ehefrau und zwei erwachsene Kinder. Am Dienstag wird ab 11 Uhr ein Kondolenzbuch im Rathaus ausgelegt. Ein Termin für die Beisetzung steht noch nicht fest.

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