Namensstreit : Ja, Nein, doch! Schule heißt weiter Poelchau

Ein ungewöhnlicher Vorgang: Die "Eliteschule des Sports" revidiert ihren eigenen Beschluss zur Umbenennung. Der Name des Widerstandskämpfers bleibt. Und der Schulleiter sagt auch, warum.

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Blick ins bisherige Gebäude der Poelchau-Schule.
Blick ins bisherige Gebäude der Poelchau-Schule.Foto: Mike Wolff

Die Charlottenburger Poelchau-Schule wird in ihrem Namen auch zukünftig an die Widerstandskämpfer Harald und Dorothee Poelchau erinnern. Anders als noch im Dezember von der Schulkonferenz beschlossen, soll der Name nicht ganz verschwinden. Der am Dienstagabend im Rahmen einer außerordentlichen Schulkonferenz gefundene Kompromiss lautet: „Sportschule im Olympiapark – Poelchau-Oberschule“. Dies teilte Schulleiter Matthias-Carsten Rösner am Mittwoch auf Anfrage mit.

Auch der Staatssekretär schaltete sich ein

„Wir sind nicht allein in der Stadt, und wir haben eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, begründete Rösner das Umdenken des höchsten Schulgremiums. Politiker aus unterschiedlichsten Parteien seien in den vergangenen Wochen in der Schule gewesen und hätten ihre Sicht der Dinge dargelegt. Auch das Medienecho habe der Schule zu denken gegeben. Am Dienstag habe man dann „stundenlang diskutiert“. Das Ergebnis: zwei Enthaltungen und keine Gegenstimmen für den Kompromiss. Auch Bildungs-Staatssekretär Mark Rackles (SPD) hatte sich das Thema zu eigen gemacht und deshalb entschieden, bei der Schulkonferenz dabei zu sein – ein ungewöhnlicher Vorgang. Letztlich habe das Umdenken gezeigt, „dass auch eine Schule die Sicht der Anderen übernehmen kann“, resümiert Rösner.

Wie berichtet, wird die baufällige Schule von Charlottenburg-Nord in neue Räume im Olympiapark umziehen. Mit diesem Umzug der „Eliteschule des Sports“ sollte auch der neue Name einhergehen. Der Name der Poelchaus, die in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt werden, sollte nur noch in der Eingangshalle der Schule fortbestehen. Angestoßen wurde die öffentliche Kritik durch den Abgeordneten der Linkspartei, Wolfgang Albers, Ende September vorigen Jahres. Seine Fraktion hatte dann einen entsprechenden Antrag eingebracht.

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