NPD-Kundgebung vor Lageso : 500 Gegendemonstranten "laut, aber friedlich"

Nach dem "Refugee Schul- und Unistreik" zogen viele Teilnehmer weiter vor das Lageso. Dort demonstrierten bis zum späten Nachmittag elf NPD-Anhänger.

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Wartende Flüchtlinge vor dem Lageso im November in Berlin.
Wartende Flüchtlinge vor dem Lageso im November in Berlin.Foto: REUTERS

Etwa 1200 Menschen haben sich am Donnerstagmittag auf dem Potsdamer Platz versammelt, um für Flüchtlinge und gegen Rassismus zu demonstrieren. Unter dem Motto "Gegen Rassismus ob Pegida oder Staat – brennende Heime sind die Früchte ihrer Saat" hatten die Veranstalter zum "Refugee Schul- und Unistreik" aufgerufen. Start war um 10.30 Uhr am Potsdamer Platz, die Route führt über Potsdamer Straße und Kurfürstenstraße und endet gegen 17.30 Uhr am Tempelhofer Damm. Im Vorfeld war mit etwa 1000 Teilnehmern gerechnet worden, als sich die Masse in Bewegung setzte, schätzte die Polizei die Zahl der Demonstranten auf 1200.

Mit dem Streik will die Gruppe ein Zeichen gegen Rassismus setzen. "Über 500 gewaltsame Übergriffe auf Geflüchtete und Unterkünfte in diesem Jahr! Regelmäßig bringen die Rassist*innen wie Pegida und Nazis über 10.000 Menschen auf die Straße und auf einmal scheint es wieder ok Rassist*in zu sein", heißt es auf der Homepage. Auch die Asylpolitik der Bundesregierung wird kritisiert: "Zwar ist es seit neustem Mode, dass sich die Bundesregierung anti-rassistisch gibt, aber die Realität sieht anders aus. Eine Asylgesetzverschärfung jagt die nächste."

Im Anschluss zogen viele der Teilnehmer weiter in Richtung Lageso. Dort hatte die NPD für 16 Uhr eine Kundgebung angemeldet. Elf NPD-Demonstranten standen in der Turmstraße etwa 500 Menschen gegenüber. Beide Gruppen waren jedoch weiträumig voneinander getrennt, die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. "Es ist laut, aber friedlich", sagte eine Polizeisprecherin. Bis zum Abend hatte sich die Demonstration ohne größere Vorkommnisse aufgelöst, wie die Polizei später mitteilte.

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