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Öffentlicher Nahverkehr : BVG und S-Bahn wollen die Preise erhöhen

Fahrkarten für den Berliner Nahverkehr werden schon wieder teurer. Die geplante Steigerung liegt deutlich über der Inflationsrate. Ein Einzelfahrschein soll beispielsweise zukünftig 2,60 Euro kosten.

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Immer teurer: Fahrten im Berliner Nahverkehr.
Immer teurer: Fahrten im Berliner Nahverkehr.Foto: dpa

Die S-Bahn steckt weiter in der Krise, auch bei der BVG läuft es nicht immer rund – und trotzdem sollen die Preise für Fahrten mit Bahnen und Bussen auch in diesem Jahr steigen. Nach Tagesspiegel-Informationen liegt die vorgesehene Preiserhöhung zum Teil weit über der Inflationsrate. So soll der Einzelfahrschein AB fürs Berliner Stadtgebiet statt 2,40 Euro in Zukunft 2,60 Euro kosten – 8,3 Prozent mehr als bisher. Die Inflationsrate liegt bundesweit derzeit bei 1,7 Prozent. Der Durchschnittswert der „Tarifanpassungsrate“ im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) soll nach Berechnungen der Verkehrsbetriebe bei 2,8 Prozent liegen.

Treiber bei den erhöhten Preisen sind die BVG und die S-Bahn. Während in Berlin die Preise bei den Einzelfahrscheinen drastisch steigen sollen, nämlich zwischen 3,2 Prozent für den Tarif ABC (Berlin und Umland) und 8,3 Prozent für das AB-Ticket, verzichten Potsdam, Brandenburg (Havel), Frankfurt (Oder) und Cottbus bei diesen Tickets auf eine Erhöhung. In Berlin begründet man den deutlichen Zuschlag damit, dass es nur hier eine Vier-Fahrten-Karte gebe, die das Fahren billiger mache. Ihr Preis steigt um 4,8 Prozent von 8,40 Euro auf 8,80 Euro

Prozentual kräftig zuschlagen wollen BVG und S-Bahn auch bei der ermäßigten Kurzstrecke. Der Preis soll um 9,1 Prozent von 1,10 Euro auf 1,20 Euro steigen. Die normale Kurzstrecke verteuert sich um 7,1 Prozent und kostet dann statt 1,40 Euro in Zukunft 1,50 Euro.

Die neuen Tarife im Überblick.
Die neuen Tarife im Überblick.Foto: Tagesspiegel/Pieper-Meyer

Der Preis der Tageskarte in Berlin (AB) erhöht sich nach den dem Tagesspiegel vorliegenden Plänen verhältnismäßig moderat um 3,1 Prozent von 6,50 Euro auf 6,70 Euro. Auch hier bleiben die kreisfreien Brandenburger Städte beim bisherigen Tarif.

Weniger stark als bei den Einzelfahrscheinen sollen die Stammkunden bluten. Die Monatskarte AB für Berlin soll 1,3 Prozent teurer werden und statt 77 Euro dann 78 Euro kosten. Hier steigen die Preise in den Brandenburger Städten stärker. Im Abonnement wollen die BVG und die S-Bahn für den Bereich AB jährlich 722 Euro statt 710 Euro abbuchen; 1,7 Prozent mehr als bisher. Im Abonnement soll die Jahreskarte AB 1,5 Prozent mehr kosten; 690 Euro statt 680 Euro. Deutlich teurer werden dagegen Fahrten in den Tarifgebieten BC und ABC, wo die Preise um bis zu 3,3 Prozent steigen sollen.

Auch Auszubildende und Schüler müssen künftig mehr zahlen; nur der Preis fürs ermäßigte Schülerticket (15 Euro) soll unverändert bleiben. Der Preis fürs VBB-Abo 65plus klettert nach den Plänen der Verkehrsbetriebe bei monatlicher Abbuchung von 576 Euro auf 588 Euro; eine Steigerung um 2,1 Prozent.

Die Mitnahme eines Fahrrads soll in Berlin bei den meisten Tarifen ebenfalls teurer werden; so soll die Einzelkarte im Tarif AB um 6,3 Prozent auf 1,70 Euro steigen. Bis auf den Preis bei den Tageskarten bleiben auch hier die kreisfreien Städte beim bisherigen Tarif.

Zusätzliches Geld holen sich die Unternehmen in ihre Kassen, weil die Preise schon zum 1. Juli und nicht wie zuletzt am 1. August erhöht werden sollen. Den neuen Preisen muss noch der VBB-Aufsichtsrat zustimmen.

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