Parteitreff im Gasthof : Mit Schirm und Schlafsack ins Piraten-Camp

Drei Tage zelten, drei Tage diskutieren. In Nauen bei Berlin haben sich an diesem Wochenende rund 150 Piraten getroffen, um über die Zukunft der Partei zu beraten. Viele hoffen nun auf bessere Schlagzeilen.

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Wer wird hier gegrillt? Die Piraten diskutieren an diesem Wochenende in Nauen.Foto: dapd
Wer wird hier gegrillt? Die Piraten diskutieren an diesem Wochenende in Nauen.Foto: dapdFoto: dapd

AUF NACH NAUEN
Auch beim Piraten-Camp, das noch bis Sonntagabend in Nauen stattfindet, wurde diskutiert, wie weit Transparenz gehen sollte. Journalisten waren am Sonnabend offiziell nur zwischen 14.45 und 17 Uhr im Camp zugelassen. „Wir wollen die familiäre Atmosphäre hier schützen“, erklärte Christiane Schinkel, eine der Organisatoren. „Eigentlich wollten wir gar keine Presse. Aber das geht ja auch nicht.“ Vor Ort wurden die Regeln aber locker gehandhabt.

MIT ZELT UND ZIELEN
In dem mehr als 100 Jahre alten Gasthof treffen sich die Piraten an diesem Wochenende, um über eine breite Themenpalette zu diskutieren: von Liquid Democracy, den Einfluss des Internets auf die Gesellschaft bis hin zu Verteidigungspolitik im 21. Jahrhundert. Rund 150 Piraten reisten an, zum Teil aus ganz Deutschland, viele auch aus Berlin. Hartgesottene brachten Zelt und Schlafsack mit. Vom Regen, der immer wieder einsetzte, ließen sich die Piraten die Stimmung nicht vermiesen.

„ES TUT MIR LEID“
Über die Turbulenzen der letzten Monate wollten viele nicht mehr sprechen. „Es tut mir leid, dass die Öffentlichkeit an unserem Lernprozess in den Medien teilhaben muss“, sagte Cornelia Otto. Die 37-Jährige leitet die Rechercheabteilung der Partei. Die Streitereien der vergangenen Monate seien oft aufgebauscht worden. Erschöpft sei sie nur von Leuten, die „ihre Befindlichkeiten in die Öffentlichkeit tragen“. Wie sie sich die vielen Konflikte erklärt? „Wir sind eine Partei von Individualisten, die selbstbestimmt leben wollen.“ Von Medien und Öffentlichkeit erhofft sich Cornelia Otto einen faireren Umgang. „Manchmal hab ich das Gefühl, dass viele nur auf unsere Fehler warten.“

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