Planlose Politik : Das ICC wird zu Berlins Alptraumschiff
12.02.2012 00:00 UhrFest verankert zwischen Messegelände und Stadtautobahn erweckt das Internationale Congress Centrum (ICC) den trügerischen Anschein, es sei für die Ewigkeit gebaut. Aber die Zukunft des schimmernden Kolosses am Rand der City-West, immer noch das größte Kongressgebäude Europas, ist ungewiss. Trotz vieler Senatsbeschlüsse und dem Versprechen der rot-schwarzen Koalition, den Mammutbau zu sanieren und in seiner bewährten Funktion weiter zu nutzen. Doch an den Politikern nagen schlimme Zweifel, dass die Kosten für Schadstoffbeseitigung, Modernisierung und eine besser nutzbare Innenarchitektur nicht in den Griff zu bekommen sind.
Im neuen Landeshaushalt stehen noch jene 182 Millionen Euro, die SPD und Linke 2008 als finanziellen Rahmen festgelegt hatten. Jetzt heißt es senatsintern, das sei nur eine „grobe Schätzung“ gewesen, basierend auf dem Raumvolumen des ICC. Als die Stadtentwicklungsverwaltung im Dezember 2011 in einer internen Prognose zu dem Ergebnis kam, dass eine „Vollsanierung“ 330 Millionen Euro kosten könnte, führte dies zu schweren politischen Lähmungserscheinungen. Einig sind sich die Haushaltsexperten der Koalition bisher nur, dass 250 Millionen Euro für die ICC-Sanierung die Schmerzgrenze sind. Aber es gibt keine brauchbaren Konzepte, die garantieren, dass dieses Limit eingehalten wird.
Neue City-West(29 Bilder)
Ein Abriss, als bequeme Alternative, scheidet aus. Da sind sich SPD, CDU und Grüne einig. Das Gebäude ist so tief und weitläufig mit der benachbarten Stadtregion verwurzelt, dass eine Demontage bautechnisch kaum möglich ist und mindestens so teuer käme wie eine Sanierung. Die Kostenexplosion beim Abriss des Palastes der Republik ist im kollektiven Gedächtnis der Berliner Landespolitik haften geblieben.




































