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15-jähriger Intensivtäter in Berlin : Geprügelt, festgenommen, ausgebrochen, geprügelt, festgenommen

Erst schlug er mit anderen einen Mann mit Nothämmern brutal in einem Bus, dann randalierte er im Auto, das ihn ins Heim bringen sollte, floh und prügelte in der Nacht in Kreuzberg weiter. Nun ist ein 15-Jähriger erneut festgenommen worden.

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Die Polizei ermittelt. (Symbolbild)
Die Polizei ermittelt. (Symbolbild)Foto: dpa/Archiv

Zweimal festgenommen in zwei Tagen: Am Freitagmorgen um 3 Uhr nahm die Polizei in Kreuzberg einen 15-jährigen Jugendlichen fest. Er soll mit vier anderen Jugendlichen zusammen einen 33-Jährigen in der Skalitzer Straße in Kreuzberg geschlagen und getreten haben. Das Opfer konnte sich in eine Tankstelle retten und die Polizei rufen, die die Gruppe in der Nähe aufgriff. Aber: Der 15-Jährige war bereits am Mittwochabend festgenommen worden. Zwischenzeitlich war er ausgebrochen.

Wie die Polizei dem Tagesspiegel erklärte, lag gegen den 15-Jährigen ein Unterbringungsbeschluss vor für eine offene Jugendhilfeeinrichtung in Frostenwalde. Doch dort kam der Jugendliche nie an. Stattdessen soll er auf der Fahrt nach Frostenwalde, in der Wilhelmstraße in Berlin-Kreuzberg, in dem Fahrzeug randaliert haben, so dass die Mitarbeiter des Heims die Tür des Fahrzeuges öffneten und er flüchten konnte.

Die Staatsanwaltschaft wird den Jugendlichen am Freitag einem Vernehmungsrichter vorführen und Untersuchungshaft beantragen. Das ist bei Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren möglich, wenn sie sich bereits einmal dem Vollzug entzogen haben - wie in diesem Fall.

In Neukölln hatte er am Mittwoch einen 27-Jährigen verprügelt

Zunächst hatte der Jugendliche in Neukölln am späten Mittwochabend einen Mann geschlagen, gemeinsam mit zwei anderen Jugendlichen. In einem Bus der Linie M29 war das 27-jährige Opfer mit einer Bekannten unterwegs. Als beide an der Sonnenallee Ecke Pannierstraße kurz vor 21.30 Uhr aussteigen wollten, griff ein Jugendlicher aus einer dreiköpfigen Gruppe, die ebenfalls mit dem Bus unterwegs war, der 31 Jahre alten Frau zwischen die Beine. Daraufhin kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Mann und dem Trio, in deren Verlauf die drei auf das Opfer einschlugen. Als der Mann sich wehrte, nahmen die Jugendlichen Nothämmer aus dem Bus, um weiter auf den 27-Jährigen einzuschlagen. Der Angegriffene erlitt leichte Verletzungen und musste in einem Krankenhaus wegen einer Gehirnerschütterung ambulant behandelt werden.

Als andere Fahrgäste einschritten, ließen die drei von ihrem Opfer ab und flüchteten aus dem Bus. Ein Zeuge verfolgte zwei der Täter, so dass alarmierte Polizisten sie in der näheren Umgebung festnehmen konnten. Der dritte Jugendliche ist flüchtig. Die Fahndung nach ihm läuft.

Der 15-jährige Intensivtäter stammt aus Kreuzberg, sein 16-jähriger Komplize aus Prenzlauer Berg; gegen den 16-Jährigen war bereits vor dem Bus-Angriff ein Haftbefehl wegen ähnlicher Taten beantragt. Die beiden sollen sich innerhalb der vergangenen Wochen nach Polizeiangaben sehr gewaltbereit gezeigt haben und wegen mindestens sechs Taten aufgefallen sein, darunter Raub und vor allem Körperverletzung. Wie Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner mitteilte, sei die Beweisführung teilweise sehr schwierig gewesen wegen widersprüchlicher Zeugenaussagen. "Ich kann nur sagen, dass hier alle Beteiligten sehr schnell gearbeitet haben", sagte er.

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