150 Stunden gemeinnützige Arbeit : Spielplatzschläger auf Bewährung verurteilt

Neun Monate auf Bewährung - so lautet das Urteil gegen Yusuf Ö., der im Juni einen Kita-Erzieher vor den Augen von Kindern verprügelte. Der Täter könnte nun sogar seine Wohnung bei der Wohnungsbaugesellschaft GSW verlieren.

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Angst auf dem Spielplatz. Der Täter hatte den Kindern einen Schrecken versetzt.
Angst auf dem Spielplatz. Der Täter hatte den Kindern einen Schrecken versetzt.Foto: dapd

Spielplatzschläger,Gericht,VerurteilungIm Juni hatte er einen Kita-Erzieher auf dem Elefantenspielplatz in Kreuzberg verprügelt – weil ihn der angebliche Lärm, den die Kinder verursachten, störte. Nun wurde der Angeklagte Yusuf Ö. (39) wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt: Er erhielt eine Freiheitsstrafe von neun Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Die Verhandlung wurde am 23. März geführt und dauerte nur eine knappe halbe Stunde.

Die Kinder der Kita in der Admiralstraße waren mit ihrem Erzieher Ruben W. und dessen Kollegen zum nahe gelegenen Elefantenspielplatz gegangen, um an der frischen Luft zu sein. Auf dem Platz, der sich im weitläufig angelegten Innenbereich der Hochhaussiedlung an der Admiralstraße befindet, eskalierte die Situation. Yusuf Ö., der sich in der Verhandlung geständig zeigte, prügelte auf den 32-jährigen Erzieher ein – vor den Augen der drei- bis fünfjährigen Kita-Kinder und der Kollegin des Pädagogen.

Ruben W. hatte nach dem Angriff ein blaues Auge, Abschürfungen und Hämatome am Oberkörper und ließ sich im Urban-Krankenhaus behandeln. Mehr als eine Woche war er krankgeschrieben und konnte seiner Arbeit nicht nachgehen. Die kleinen Kinder hatten nach der Attacke auf ihren Betreuer einen regelrechten Schock erlitten, wie Erzieherinnen und Eltern berichteten. Ein Vater sagte dem Tagesspiegel wenige Tage nach dem Vorfall, dass seine Tochter häufig darüber redete und nachts schlecht träume. Dass der Täter nun mit neun Monaten auf Bewährung „davonkommt“, wie der Vater meint, sei „nicht zu fassen“. Ein viel zu mildes Urteil aus seiner Sicht, wenn man sich vor Augen halte, dass, abgesehen davon, dass ein Erzieher verprügelt wurde, auch eine ganze Gruppe von Kita-Kindern unter Schock stand nach dem Angriff.

Die Wohnungsbaugesellschaft GSW, der die Wohnung des verurteilten Yusuf Ö. gehört, lässt von der Rechtsabteilung prüfen, ob dem Mieter fristlos gekündigt werden kann. Dabei sei nicht nur die Gewalttat auf dem hauseigenen Spielplatz der Grund. Bei der Verwaltung war ein weitere Hinweis – allerdings anonym – eingegangen, dass Ö. abermals in der Nachbarschaft jemanden angegriffen habe. Allerdings ist darüber nichts bei der Polizei bekannt.

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