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1500 Polizisten in Brandenburg im Einsatz : Gegendemonstranten erzwingen Ende der Neonazi-Demo in Neuruppin

Bei einem Aufmarsch der rechten Szene in Neuruppin ist es zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Nach etwa drei Stunden wurde die Demonstration aufgelöst.

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"Nazis verpisst euch, keiner vermisst euch!", steht auf diesem Schild eines Gegendemonstranten in Neuruppin.
"Nazis verpisst euch, keiner vermisst euch!", steht auf diesem Schild eines Gegendemonstranten in Neuruppin.Foto: Stefan-Georg Russew/dpa

Mehrere Hunderte Menschen haben am Sonnabend weitgehend friedlich gegen eine Demonstration von Rechtsextremisten im brandenburgischen Neuruppin protestiert und so deren Auflösung erzwungen. Die rund 600 Rechtsextremisten waren nicht vorangekommen, weil Gegendemonstranten ihnen den Weg versperrten, berichtete ein Polizeisprecher. Der Organisator des rechten Aufmarschs lehnte die vorgeschlagene Ausweichroute ab und beendete seine Veranstaltung.

Gegen den so genannten „Tag der Deutschen Zukunft“ der rechten Szene waren zahlreiche Demonstrationen linker und bürgerlicher Gruppen angemeldet worden. Zahlreiche Vereine, Kirchen, Gewerkschaften und Initiativen hatten unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazis - Vielfalt ist unsere Zukunft“ ein großes Fest organisiert. Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) wertete den Abbruch des Marsches als Erfolg. Es habe verhindert werden können, dass die Neonazis ihre Kundgebung abhalten konnten und sich zurückziehen mussten, sagte er.

Die Polizei löst eine erste kleine Sitzblockade von Gegendemonstranten in Neuruppin auf.
Die Polizei löst eine erste kleine Sitzblockade von Gegendemonstranten in Neuruppin auf.Foto: Georg-Stefan Russew/dpa

Die Demonstration wurde nach etwa drei Stunden aufgelöst. Die rechten Demonstranten wurden von der Polizei zum Bahnhof zurückgeleitet. Bei einem Zwischenfall wurden allerdings Beamte von linken Gegendemonstranten mit Böllern angegriffen, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein. Insgesamt waren rund 1500 von ihnen im Einsatz, weil Ausschreitungen von Rechts- und Linksextremisten befürchtet worden waren.

Den ganzen Nachmittag über twitterten Gegner der Neonazi-Demonstration unter dem Hashtag #notddz Bilder aus neuruppin. Diesen zufolge positionierte die Polizei auch Wasserwerfer und beiden Seiten warfen mit Pyrotechnik. (mit dpa)

Großaufgebot der Polizei bei Neonazi-Demonstration und Gegendemonstration in Neuruppin.
Großaufgebot der Polizei bei Neonazi-Demonstration und Gegendemonstration in Neuruppin.Foto: Georg-Stefan Russew/dpa

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