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Berlin-Charlottenburg : Geldautomat gesprengt: U-Bahnhof Jungfernheide wieder frei

Die Sprengung eines Geldautomaten im U-Bahnhof Jungfernheide verwüstete den Eingangsbereich. Der Bahnhof blieb bis Mittwochnachmittag zu, die Täter sind flüchtig.

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Der Sparkassenautomat wurde durch die Explosion vollkommen zerstört. Foto: Frank Scherfke
Der Sparkassenautomat wurde durch die Explosion vollkommen zerstört.Foto: Frank Scherfke

Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch einen Geldautomaten im U-Bahnhof Jungfernheide gesprengt. Betroffen war ein Sparkassenautomat in der Mittelebene des Bahnhofs, im Durchgang zwischen dem S- und dem U-Bahnsteig. Die Wucht der Explosion war derart heftig, dass Metallteile zehn bis 15 Meter quer durch die Bahnhofshalle geschleudert wurden. Der Boden vor dem Automaten war mit Trümmerteilen aus Metall und Plastik übersät.

Anwohner berichten von heftiger Explosion

Hausmeister Frank Scherfke wohnt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. "Ich bin von einer lauten, blechernen Explosion wachgeworden. Das Haus hat richtig gebrummt. Ich dachte, ich fall aus dem Bett", sagt Scherfke, der am Mittwochvormittag mit einigen Nachbarn vor dem Absperrbändern steht. "Erst dachte ich, vielleicht hätte es einen Zugunfall gegeben", sagt Scherfke.

Nach Polizeiangaben hatten mindestens zwei Täter gegen 3 Uhr morgens zugeschlagen. Erst habe es einen lauten Knall gegeben, anschließend seien zwei Personen bei der Flucht vom Tatort beobachtet worden. Offenbar flohen sie mit leeren Händen. "Die Täter haben keine Beute gemacht", sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwochnachmittag.

"Nach der Explosion bin ich auf den Balkon gegangen, habe aber nicht sehen können", sagt Scherfke. Gegen 6.45 Uhr sei er dann hinunter gegangen und habe Fotos vom Tatort gemacht. Scherfke zeigt den Umstehenden die Bilder auf dem Handy.

Ermittlungen am Tatort im U-Bahnhof Jungfernheide Foto: Frank Scherfke
Ermittlungen am Tatort im U-Bahnhof JungfernheideFoto: Frank Scherfke

Zwei junge Vietnamesen stöhnen auf, als sie die Fotos sehen. Der Blumenladen "Blütenreich" direkt neben dem Automaten wurde durch die Explosion komplett verwüstet. Der Laden gehöre ihrem Onkel, berichten die beiden. Er habe das Geschäft gerade erst renoviert und sei dann in den Urlaub gefahren. Nun müssen die beiden ihrem Verwandten sagen, dass die ganze Arbeit umsonst war. "Für den Besitzer des Blumenladens tut es mir am meisten leid", sagt Scherfke.

Sämtliche Eingänge zum Bahnhof gesperrt

Die Polizei sperrte nach der Explosion sämtliche Zugänge zum U-Bahnhof, damit die Spurensicherung ungestört ihrer Arbeit nachgehen konnte. Polizeibeamte und Angestellte der Bahnsicherheit ließen niemanden in die Nähe des Tatorts. Die Züge der U-Bahnlinie 7 fuhren den Bahnhof nicht an. Fahrgäste der BVG wurden aufgefordert, auf die Bahnhöfe Mierendorffplatz und Jakob-Kaiser-Platz auszuweichen. Der Verkehr auf dem S-Bahnring war nicht beeinträchtigt.

Der Blumenladen "Blütenreich" wurde ebenfalls schwer beschädigt. Foto: Frank Scherfke
Der Blumenladen "Blütenreich" wurde ebenfalls schwer beschädigt.Foto: Frank Scherfke

Bahnhof um 13 Uhr wieder geöffnet

Nach Angaben der BVG wurden die Ermittlungen am Tatort am späten Mittwochvormittag beendet. "Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten", sagte eine Sprecherin. Zunächst war befürchtet worden, dass die Statik des Bahnhofsgebäudes durch die Explosion beeinträchtigt worden sein könnte; ein Gutachter gab aber Entwarnnung. Eine BVG-Sprecherin teilte am Mittwochnachmittag mit, dass der U-Bahnhof Jungfernheide seit 13 Uhr wieder regulär angefahren werde.

Das Eingabefeld des Geldautomaten wurde quer durch die Bahnhofshalle geschleudert. Foto: Frank Scherfke
Das Eingabefeld des Geldautomaten wurde quer durch die Bahnhofshalle geschleudert.Foto: Frank Scherfke

Nach Angaben der Polizei gab es in diesem Jahr bislang neun Automatensprengungen. "Darunter sind sechs versuchte und drei erfolgreiche Sprengungen", hieß es bei der Polizei. Im Vergleich zum Vorjahr scheinen die Automatenknacker in diesem Jahr aktiver zu sein: "Im ganzen Jahr 2015 wurden acht erfolglose und drei erfolgreiche Sprengungen registriert", hieß es.

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