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Berlin-Friedrichshain : Brandstiftung am Kino Kosmos

Im ehemaligen Kino Kosmos an der Karl-Marx-Allee hat es am Karfreitag gebrannt. Nach Polizeiangaben hatten Unbekannte eine Mülltonne vor der Fassade angezündet, die Flammen griffen über.

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Raub der Flammen. Vor knapp zwölf Jahren war das Kino „Kosmos“ in der Karl-Marx-Allee geschlossen worden. Jetzt wurde der denkmalgeschützte Bau durch ein Feuer beschädigt. Foto:Paul Zinken/dpa
Raub der Flammen. Vor knapp zwölf Jahren war das Kino „Kosmos“ in der Karl-Marx-Allee geschlossen worden. Jetzt wurde der...Foto:Paul Zinken/dpa

Feuer im ehemaligen Kino Kosmos: In dem Veranstaltungszentrum an der Karl-Marx-Allee hat es am Freitagmorgen gebrannt. 20 Beamte waren vor Ort, um den in einer Mülltonne gelegten Brand zu löschen. Die Polizei teilte am Mittag mit, dass wegen Brandstiftung ermittelt werde. Für eine vorsätzliche Tat spricht, dass nur wenige Minuten zuvor in der Proskauer Straße in Friedrichshain ebenfalls eine Mülltonne brannte. Das Motiv ist unklar. Zwischen beiden Tatorten liegt knapp ein Kilometer, dazwischen liegt die Rigaer Straße.

Hinweise auf ein linksextremistisches Motiv gibt es nicht, ein Bekennerschreiben lag bis zum Nachmittag nicht vor. Vielfach hatten Linksextremisten in den vergangenen Monaten in der Umgebung der Rigaer Straße Fahrzeuge und Baustellen angezündet.

Gegen 5.20 Uhr hatte eine Zeugin Feuerwehr und Polizei zu dem Kino gerufen, weil sie die brennende Mülltonne bemerkt hatte. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, hatte das Feuer bereits auf das ehemalige Kino übergegriffen, weitere Löschzüge wurden nun nachalarmiert. Die Flammen waren schnell auf zwei Küchencontainer übergegangen, die direkt an der Fassade stehen. Von dort sprangen die Flammen durch geplatzte Scheiben auch in das Innere des denkmalgeschützten Komplexes über.

Hoher Sachschaden, Kinosäle nicht betroffen

Es wird von einem hohen Sachschaden ausgegangen. Neben dem Küchentrakt wurde auch ein Büro beschädigt. Die ehemaligen Kinosäle sollen nicht betroffen sein.

Das „Kosmos“ wird seit 2006 als Veranstaltungsort genutzt. Zu DDR-Zeiten fanden in dem von Josef Kaiser entworfenen Gebäude umjubelte Filmpremieren wie 1973 „Die Legende von Paul und Paula“ statt. 1996 entstand hier das erste Multiplex-Kino Berlins, das dem folgenden harten Konkurrenzkampf unter den Kinobetreibern jedoch nicht gewachsen war und 2005 geschlossen wurde.

Seit 2006 betreiben Olaf Ponesky und Mirko Kahle das eiförmige Haus mit einem Team aus rund 75 Mitarbeitern erfolgreich als Messe-, Party- und Veranstaltungsort. Die Betreiber des Gebäudes waren am Karfreitag nicht zu erreichen.
Das Kosmos wurde im Oktober 1962 eröffnet und war lange das größte Kino der DDR. 2006 nominierte die SPD dort Klaus Wowereit zu ihrem Spitzenkandidaten als Regierender Bürgermeister.

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