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Berlin-Hellersdorf : Mutmaßlich Rechte ziehen randalierend durch den Kiez

Sie rissen Wahlplakate ab, beleidigten Polizisten, am Ende trat der Rädelsführer einen Jugendlichen zusammen: In der Nacht zu Sonntag zog eine zehnköpfige Gruppe mutmaßlich Rechter randalierend durch Hellersdorf. Der selbsternannte Haupttäter wurde festgenommen.

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Die Polizei war gegen 1.20 Uhr in die Janusz-Korczak-Straße gerufen worden, weil dort etwa zehn Männer Wahlplakate abrissen. Laut Polizei waren davon Plakate der SPD, der Linken und der Piraten betroffen. Die Beamten wurden aus der Gruppe heraus beleidigt und provoziert - zunächst verweigerten die Randalierer auch die Herausgabe ihrer Personalien. Dabei tat sich ein 21-Jähriger, der sich gegenüber der Polizei als "Haupttäter" bezeichnete, besonders negativ hervor. Erst als die Polizisten Verstärkung herbeigerufen hatten, gaben die Männer ihre Ausweise heraus.

Noch nicht einmal eine Stunde später, gegen 2.15 Uhr, wurde der 21-Jährige erneut auffällig: Am Kokoschkaplatz stieß er einen 16-Jährigen zu Boden und trat auf ihn ein, weil er diesen laut Polizei wegen seines Aussehens als Angehörigen der linken Szene einstufte. Der Jugendliche erlitt Schürfwunden und Blutergüsse am ganzen Körper.

Nach dem Übergriff flüchtete der 21-Jährige, wurde aber gegen 3.30 Uhr von seinem Opfer auf dem U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße wiedererkannt. Der Jugendliche rief die Polizei, die den 21-Jährigen festnahm. Er wurde in die Gefangenensammelstelle gebracht und dem Polizeilichen Staatsschutz überstellt. Dieser ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung mit politischen Hintergrund und Beleidigung. Am Sonntagnachmittag soll entschieden werden, ob gegen den 21-Jährigen ein Haftbefehl erlassen wird.

Nach Tagesspiegel-Informationen wurde gegen den 21-Jährigen in der Vergangenheit mehrfach wegen verschiedener Gewalt- und Propagandadelikte sowie wegen Brandstiftung ermittelt.

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