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Berlin-Mitte : Tausend Teilnehmer protestieren gegen Anti-Merkel-Demo

Durch Berlin zogen 500 Teilnehmer einer rechten Demo in Berlin-Mitte - und doppelt so viele Gegendemonstranten. Noch am Abend war mit Behinderungen zu rechnen.

Hasan Gökkaya
Zahlreiche Menschen demonstrierten in Berlin gegen Rechts. Foto: Silas Stein/ dpa
Zahlreiche Menschen demonstrierten in Berlin gegen Rechts.Foto: Silas Stein/ dpa

Mit einer Demonstration und zwei Kundgebungen haben am Samstagmittag in Berlin zahlreiche Menschen gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten und Rechtspopulisten protestiert. An der Demonstration des Berliner Bündnisses gegen Rechts, die vom Rosenthaler Platz in Mitte zum Hauptbahnhof zog, beteiligten sich der Polizei zufolge rund 1000 Menschen. Auf Plakaten stand etwa „Solidarität statt rechte Hetze“ und „Nein zur AfD“. Unter den Demonstranten waren auch Bundes- und Landespolitiker wie etwa Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke).

Mehr Demonstranten bei Gegendemo

Zeitgleich versammelten sich am frühen Nachmittag auf dem Washingtonplatz auf der anderen Seite des Hauptbahnhofes laut Polizei rund 500 Menschen zum mittlerweile fünften „Merkel muss weg“-Protestzug von rechtspopulistischen und rechtsextremen Teilnehmern. Allerdings seien es weniger Teilnehmer als bei der Gegendemonstration, wie ein Polizeisprecher sagte.

Unter den rechten Demonstranten waren Sympathisanten der Identitären Bewegung und des Nationalen Widerstandes. Auch Russland-Flaggen wurden mitgetragen. Immer wieder skandierten die Demonstranten „Widerstand“, „Volksverräter“ und „Wir sind das Volk“. Außerdem forderten sie „Festung Europa - Macht die Grenzen dicht“ und riefen „Einheit-Freiheit-Tradition, Multikulti Endstation“. Nach Einschätzung der Berliner Innenbehörden kommen die Anmelder aus der rechtsextremen „Hooligans gegen Salafisten“-Bewegung (Hogesa). Bis zum Nachmittag verliefen die Aufzüge dem Polizeisprecher zufolge friedlich.

Wegen entsprechender Verkehrsbehinderungen wurde empfohlen, im östlichen Teil der Innenstadt U- und S-Bahnen zu nutzen. Die Straßen waren noch am Abend blockiert. Unter anderem die Linie 200 konnte nicht verkehren.

Zusammenstöße bei letzter "Merkel-muss-weg"-Demo

Es war der mittlerweile fünfte „Merkel muss weg!“-Aufzug. Während der vergangenen "Merkel-muss-weg"-Demo im November 2016 zogen 600 Rechtsextremisten durch Berlin. Die Polizei räumte eine Straßenblockade von 150 Linken. Zudem wurden bei den Protesten gegen die rechte Demo 43 Personen vorübergehend festgenommen. Es wurden Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbrüchen, Widerständen, Körperverletzungen sowie Beleidigungen eingeleitet. (epd)

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