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Berlin-Moabit : Prügelei vor Lageso - Asylbewerber im Krankenhaus

Ein Asylbewerber ist nach einer tätlichen Auseinandersetzung mit Wachmännern ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Polizei ermittelt derzeit, wie es zu der Gewalteskalation kam.

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Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes organisieren vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin den Einlass. Täglich stehen bereits frühmorgens zahlreiche Flüchtlinge zur Registrierung oder zur Beantragung von Leistungen vor dem Amt (Archivbild).
Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes organisieren vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin den Einlass....Foto: dpa

Vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat es am Montagvormittag erneut eine gewalttätige Auseinandersetzung gegeben. Dabei wurde ein Asylbewerber so stark im Gesicht verletzt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, wie ein Polizeisprecher bestätigte.

Die Ermittlungen laufen noch. Ersten Erkenntnissen zu Folge soll der Asylbewerber in den Bereich zwischen Zelt und dem Amtsgebäude eingedrungen sein, obwohl er nicht an der Reihe war. Die Wachleute drängten ihn daraufhin zurück. Der Mann soll als erster zugeschlagen haben, woraufhin die Gewalt eskalierte.

Als die herbeigerufene Polizei eintraf, lag der Asylbewerber jedenfalls blutend und mit einer gebrochenen Nase auf dem Boden.

Am frühen Abend stellte ein Sicherheitsmitarbeiter Anzeige wegen Körperverletzung.

Immer wieder Gewalt und Probleme mit dem Sicherheitsfirma

Vor dem Lageso kam es in der vergangenen Monaten immer wieder zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitsmitarbeitern und Asylbewerbern. Ende Oktober war dem Tagesspiegel ein Video zugespielt worden, auf dem zu sehen ist, wie Wachmänner auf einen am Boden liegenden Asylbewerber einschlagen (siehe unten).

Video
Ein Screenshot aus dem Video von der Schlägerei am Lageso.
Schlägerei am Lageso

Vor knapp drei Wochen kursierte ein Video im Internet, auf dem ein Sicherheitsmitarbeiter rassistisch gegen Flüchtlinge hetzt. Aufgrund des öffentlichen Drucks hatte die Firma Gegenbauer wenige Tage nach dem Vorfall angekündigt, sich und ihre Tochterfirmen vom Lageso zurückzuziehen und den eigentlich bis 2017 laufenden Vertrag nicht zu erfüllen. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Auftrag.

Warum es vor dem Lageso noch immer so chaotisch zugeht, können Sie hier nachlesen. Unsere Autorin Anette Kögel konnte sechs Hauptgründe für das Durcheinander ausmachen.

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