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Berlin-Neukölln : "Antänzer" schlägt Polizistin mit der Faust ins Gesicht

Ein polizeibekannter "Antänzer" hat einer Polizistin mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Ägypter wurde festgenommen. Frank Henkel fordert erneut schnellere Abschiebungen.

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Foto: dpa/Patrick Pleul

Eine Polizeibeamtin musste in der Nacht aufgrund eines erlittenen Schlages ambulant behandelt werden und konnte danach nicht mehr weiter arbeiten. Sie war gegen 22.30 Uhr gemeinsam mit Kollegen wegen einer Schlägerei im U-Bahnhof Hermannplatz in Neukölln eingetroffen.

Eine Auseinandersetzung konnten die Polizisten allerdings nicht feststellen und wollten den U-Bahnhof verlassen, als plötzlich ein Mann die Treppe herunter kam und der Beamtin mit der Faust unvermittelt ins Gesicht schlug. Er wurde von ihren Kollegen überwältigt und festgenommen.

Obwohl er keine Papiere bei sich trug, konnte er als 18-Jähriger identifiziert werden, der bereits einschlägig als sogenannter "Antänzer" bekannt ist. Nach Polizeiangaben stammt der Mann aus Ägypten. Mit dem verharmlosenden Begriff "Antanzen" werden Raub- und Trickdiebstähle bezeichnet, bei denen die Täter „offen“ an die Geschädigten herantreten, um mit ihnen zu tanzen, sie überschwänglich zu umarmen, abzuklatschen, oder einen Trick vorzuführen.

"Seit einigen Monaten treten hierbei vorrangig Täter aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum in Erscheinung, welche durch eine höhere Gewaltbereitschaft auffallen", heißt es dazu in der Kriminalstatistik der Polizei. Die Polizistin trat nach einer ambulanten Behandlung vom Dienst ab.

Henkel will schnellere Abschiebungen

"Dealer und Antänzer dürfen nicht das Gefühl haben, sie könnten dem Staat auf der Nase herumtanzen, weil ihnen nach einer Festnahme juristisch sowieso nichts passiert. Leidtragender ist die Polizei, die das jeden Tag ausbaden muss. Gerade das Antänzerphänomen hat sich zu einer echten Plage entwickelt", teilte der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) am Montag mit.

Es sei "extrem schwer und langwierig" kriminelle Nordafrikaner abzuschieben, sagt Henkel und fordert zum einen die Ausweisung zu erleichtern und zum anderen die Maghreb-Staaten Marokko, Tunesien und Algerien zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Diese Maßnahmen werden auch in der "Berliner Erklärung", genannt, einem Paket an Forderungen für die Innere Sicherheit, zusammengestellt durch die Innenminister der Union. Bei dem Angriff am Hermannplatz handelte es sich allerdings, wie berichtete, um einen Mann aus Ägypten.

Im Wahlkampf konzentriert sich Frank Henkel stark auf das Thema Sicherheit und Anti-Terror-Kampf. Vor kurzem forderte er etwa ein Burka-Verbot in Berlin und die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft.

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