Berlin-Neukölln : Versuchter Brandanschlag auf Polizeiauto

Am Mittwochmorgen haben Unbekannte eine Tasche mit einem Brandsatz unter einem Polizeiauto in der Rollbergstraße deponiert. Der Brandsatz wurde angezündet, explodierte aber nicht. Innensenator Henkel verurteilte die Tat.

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Nach Auskunft der Polizei wurde der Brandsatz gegen 5.40 Uhr in der Rollbergstraße entdeckt. Er lag in einer Tasche unter einem Polizeiauto, das gegenüber der dortigen Polizeiwache geparkt war. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass der Brandsatz angezündet wurde, aber nicht explodierte. Das Polizeiauto wurde nicht beschädigt.

Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt nun wegen versuchter Brandstiftung. Insbesondere wird geprüft, ob ein Zusammenhang mit anderen Brandanschlägen auf Fahrzeuge und Dienststellen der Polizei besteht: Anfang Mai schleuderten Unbekannte Brandsätze auf Dienststellen in der Sonnenallee in Neukölln und in der Straße Am Nordgraben in Reinickendorf, erst vor wenigen Tagen wurde ein Brandanschlag auf ein Polizeiauto in der Storkower Straße verübt, bei dem der Wagen ausbrannte. Eine mutmaßlich linksextreme "Grupo Informale" hatte sich zu dem Anschlag bekannt - nach Angaben der Polizei ist im jüngsten Fall aber noch kein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Innensenator Henkel verurteilte die erneute Attacke auf die Polizei in einer Stellungnahme als "feige und niederträchtig". Er forderte ein "Zeichen der Solidarität im politischen und gesellschaftlichen Berlin", die Häufung der Brandanschläge sei "besorgniserregend". Künftig soll der Fahndungsdruck auf die unbekannten Täter weiter verstärkt werden, schließlich sei "unsere Polizei keine Zielscheibe."

Auch Raed Saleh, Fraktionsvorsitzender der SPD im Abgeordnetenhaus, verurteilte den Anschlag. "Wer die Berliner Polizei angreift, stellt sich gegen die ganze Stadt", so Saleh, "für die Gefährdung von Menschenleben kann es keine politische Rechtfertigung geben."

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