Berlin-Prenzlauer Berg : Dynamo gegen Lok Leipzig: Fußballfans wüten in Berlin

Es war ein Duell alter Rivalen, einstiger DDR-Größen. Sogar das Fernsehen übertrug live. Doch ein Teil der Zuschauer war auf Krawall aus.

1000 Fans reisten nach Berlin, sangen ihre Lieder. Einige randalierten.
1000 Fans reisten nach Berlin, sangen ihre Lieder. Einige randalierten.Foto: imago/Matthias Koch

Fußballfans von Lok Leipzig haben am Wochenende in Berlin gewütet. Nach Polizei-Angaben randalierten und prügelten sie und beleidigten Passanten rassistisch. Bei dem Fußballspiel zwischen dem BFC Dynamo und Lok Leipzig waren rund 400 Polizisten im Einsatz. Vier wurden leicht verletzt. Insgesamt gab es bei dem Einsatz 19 Freiheitsentziehungen.

3500 Zuschauer im Stadion am Mauerpark

Die zwei Traditionsvereine, die zu den erfolgreichsten der DDR gehören und jetzt nach vielen Jahren wieder gegeneinander spielten, trafen am Sonntag in der viertklassigen Regionalliga aufeinander; das Spiel fand vor knapp 3500 Zuschauern im Jahnsportpark statt und wurde live im Fernsehen übertragen.

Polizei führte Randalierer einfach in den Hof ihrer Wache

Etwa 1000 Fans waren aus Leipzig angereist, ein Teil von ihnen gilt als gewaltbereit. Schon auf dem Weg zum Stadion gab es laut Polizei Ärger: 100 Leipziger Fans verließen eine Straßenbahn und liefen zum Stadion. Am Mauerpark wurden die Gäste fotografiert, es kam zum Streit, die Unbekannten versuchten offenbar zu den Leipzigern zu gelangen. Das konnte die Polizei verhindern. Sie hatte zudem eine Lösung: Sie führte 60 Leipziger Fans einfach in den Innenhof des Polizeiabschnitts an der Eberswalder Straße. "Sechs der festgehaltenen Personen konnte eine Beteiligung an dem Landfriedensbruch und den Widerstandshandlungen nachgewiesen werden", heißt es in der Bilanz am Tag danach.

400 Polizisten waren im Einsatz.
400 Polizisten waren im Einsatz.Foto: imago/Matthias Koch

Leipziger sangen rechtsextreme Lieder

Es sollte nicht der einzige Einsatz bleiben an diesem Nachmittag: "Gegen 13.35 Uhr sollen circa 30 bis 40 Anhänger der Gästefußballmannschaft in einem Zug der Straßenbahnlinie M10 in Höhe der Haltestelle U-Bahnhof Bernauer Straße laut Lieder mit rechtsextremen und volksverhetzenden Inhalten gesungen haben", berichtet die Polizei. Nach Angaben der Zeugen sollen die Gästefans die Tram am Hauptbahnhof bestiegen haben.

Als weitere Leipziger Fans am Stadion ankamen - offenbar viel zu spät - , kam es zu weiteren Prügeleien. Ein Fan des BFC Dynamo soll eine Bierbank in Richtung eines Leipzigers geworfen haben. Die Polizei ging mit Pfefferspray dazwischen und nahm den Berliner genauso fest wie einen Leipziger, der einen Stein auf Polizisten warf.

Er beleidigte Menschen rassistisch - Festnahme

Kurz nach Spielende beobachteten Polizeibeamte einen Gästefan dabei, "wie sich dieser gegen 16.50 Uhr vor ein wartendes Auto stellte und sich wie ein Affe bewegte". Gleichzeitig habe er den Autofahrer und seinen Beifahrer auf der Eberswalder Straße rassistisch beschimpft und gegen die geschlossene Scheibe der Beifahrertür gespuckt. Der Verdächtige wurde vorläufig festgenommen. 

Am Europaplatz am Hauptbahnhof kam es schließlich zu einer Auseinandersetzung beider Fanlager, als die Gästefans auf die Abfahrt ihres Zuges warteten. Ein Unbekannter warf daraufhin eine Flasche auf die Polizisten.

Und nun zum Sport: Das Spiel endete 0:0. AG/Tsp

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