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Berlin-Reinickendorf : Doppeldecker der BVG ausgebrannt

In der Nacht zu Sonnabend ist in Berlin-Reinickendorf ein Doppeldecker der BVG vollständig ausgebrannt. Niemand wurde verletzt.

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In der Nacht zu Sonnabend brannte ein Doppeldeckerbus in Waidmannslust komplett aus.
In der Nacht zu Sonnabend brannte ein Doppeldeckerbus in Waidmannslust komplett aus.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Ein Doppeldecker der BVG ist in der Nacht zu Sonnabend in Reinickendorf während der Fahrt in Brand geraten. Der Fahrer konnte den Wagen der Linie N20 auf dem Zabel-Krüger-Damm Ecke Oraniendamm im Ortsteil Waidmannslust stoppen, nachdem er um 1.06 Uhr Rauch bemerkt hatte. Er stieg mit seinen beiden Fahrgästen unverletzt aus. Als die Feuerwehr eintraf, brannte das Fahrzeug bereits in ganzer Ausdehnung, ein Totalschaden war nicht mehr zu verhindern.

Nach Angaben von BVG-Sprecherin Petra Reetz hat vermutlich ein Kurzschluss in der Elektrik im vorderen Teil des Wagens den Brand ausgelöst. Der Wagen mit der Nummer 3132 aus dem Jahr 2005 gehört zu den ältesten dieser Serie. Die Busse vom Typ MAN Lion’s City sind mit etwa 400 Stück das Standard-Doppeldecker-Modell der BVG, sie sind zwischen zwei und zehn Jahre alt. Ein neuer Doppeldecker kostet etwa 300 000 Euro.

Bus in Reinickendorf ausgebrannt
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02.01.2016 14:00In der Nacht zu Sonnabend ist ein Doppeldeckerbus der BVG in Berlin-Reinickendorf komplett ausgebrannt.

Im Dezember 2010 war erstmals ein MAN-Doppeldecker durch einen Motorbrand stark beschädigt worden, und zwar an der Johannisthaler Chaussee in Neukölln. Zuletzt hatten 2014 und 2015 zwei Wagen des polnischen Herstellers Solaris gebrannt.

In den Jahren bis 2010 hatte eine ganze Serie von Bus-Bränden die BVG, die Fahrgäste und die Politik aufgeschreckt. So brannten alleine sieben Eindecker vom Typ Mercedes Citaro der Baujahre 2002 bis 2003 vollständig aus. Immer waren die Motoren in Brand geraten. Nach dem siebten Totalverlust ließ die damals frisch angetretene BVG-Chefin Sigrid Nikutta 40 als besonders brandgefährdet eingestufte Busse des Typs für eine Kontrolle aus dem Verkehr ziehen. Um den Fahrplan aufrechtzuerhalten, musste die BVG Ersatzfahrzeuge von Unternehmen aus dem Umland mieten.

Nach Angaben der „Berliner Verkehrsblätter“ musste die BVG alleine zwei Millionen Euro für das Anmieten der Ersatzbusse ausgeben. Anschließend baute die BVG in sämtliche Busse aller Baureihen nachträglich eine Brandmeldeanlage und eine Selbstlöschanlage in den Motorraum ein. Zudem wurden bestimmte Teile des Motors nicht mehr nach 60 000, sondern schon nach 30 000 Kilometern untersucht. Auch wurden in den Werkstätten 30 neue Mitarbeiter eingestellt – nachdem zuvor die BVG wie auch die S-Bahn massiv Personal in diesem Bereich eingespart hatte. Die Brandserie hatte sogar das Abgeordnetenhaus beschäftigt, der Bus-Chef der BVG musste gehen.

Im aktuellen Fall in Reinickendorf nutzten weder Feuermelder noch Selbstlöschanlage etwas, da der Brand nicht im Motorraum ausbrach. Experten sollen jetzt die Ursache dieses neuen Defekts finden.

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