Berlin-Tegel : Jugendliche warfen mit Äpfeln - und wurden verprügelt

Möglicherweise aus fremdenfeindlichen Motiven warfen zwei Jugendliche in Berlin-Tegel Obst auf eine Familie. Dann wurden die beiden verprügelt.

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Foto: dpa/Patrick Pleul

Samstagabend kam es nach Obst- und Gemüsewürfen und einer fremdenfeindlichen Beleidigung im Reinickendorfer Ortsteil Tegel zu einem Polizeieinsatz. Nach derzeitigem Ermittlungsstand befanden sich eine 33-jährige türkischstämmige Frau mit ihren drei Kindern im Alter von drei, acht und zehn Jahren gegen 19.30 Uhr auf dem Gehweg des Kamener Wegs, als sie aus einem Wohnhaus heraus mit Äpfeln und Tomaten beworfen wurden. Anschließend sollen die Vier mit "Scheiß Moslems" fremdenfeindlich beleidigt worden sein. Ein Kind wurde durch einen Apfel am Bein getroffen und klagte über Schmerzen. Die Frau begab sich mit ihren Kindern zu in der Nähe wohnenden Familienangehörigen und informierte diese über das Geschehen. Daraufhin liefen zwei Angehörige zum entsprechenden Wohnhaus und der entsprechenden Wohnung und klopften an der Tür. Als ihnen geöffnet wurde, sollen sie in die Wohnung gestürmt sein. Einer der beiden Männer, der einen Holzstiel dabei hatte, soll damit auf die beiden in der Wohnung anwesenden 14- und 15-jährigen mutmaßlichen Obst- und Gemüsewerfer und Beleidiger eingeschlagen haben. Sein Begleiter, ein 38-Jähriger, soll noch versucht haben, ihn davon abzuhalten, was ihm jedoch nicht gelungen sein soll. Die beiden Jugendlichen, gegen die wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt wird, kamen mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus. Dort wurden sie nach einer ambulanten Behandlung wieder von ihren Eltern abgeholt. Der mutmaßliche 35-jährige türkische Schläger wurde nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wieder entlassen. Er muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruch verantworten. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Dem Vernehmen nach haben die beiden Jugendlichen nur das Werfen der Äpfel und Tomaten eingeräumt, nicht jedoch eine fremdenfeindliche Beleidigung.

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