Bilanz des Blitzmarathons : Mit Tempo 130 durch die 30er-Zone

Nun liegt die Bilanz des Blitzmarathons von Donnerstag vor. "Spitzenreiter" war ein Auto mit Tempo 132 bei erlaubten 30.

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An insgesamt 217 Kontrollorten wurde die Geschwindigkeit von 77.330 Fahrzeugen gemessen. Dazu kommen noch die sehr vielen Messungen der Videofahrzeuge beim Nachfahren, die nur im Falle einer Überschreitung statistisch erfasst werden. Insgesamt wurden 3319 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert. Die höchste Überschreitung registrierte die Polizei am späten Abend gegen 23.55 Uhr auf der Köpenicker Straße in Höhe der Hadubrandstraße in Biesdorf. Hier wurde ein 21-jähriger Autofahrer mit 132 km/h gemessen, obwohl die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu dieser Zeit 30 km/h betrug. Ihn erwartet nun ein Bußgeld von mindestens 680 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein dreimonatiges Fahrverbot. 

Den Beamten gingen während des Blitzmarathons aber nicht nur Schnellfahrer ins Netz. Insgesamt 16 Fahrzeugführer fuhren ohne Fahrerlaubnis beziehungsweise ohne gültige Haftpflichtversicherung. Neun Fahrern musste die Weiterfahrt untersagt werden, da sie offenbar unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen.

Anders als in den Vorjahren hatte die Polizei Berlin diesmal bewusst auf die vorherige Bekanntgabe von Kontrollstellen verzichtet. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Straßen, wo häufig Profilierungsfahrten mit technisch veränderten Fahrzeugen Autorennen durchgeführt wurden. Diese Entscheidung war richtig: Insgesamt wurden im Zeitraum der Überwachungsaktion elf Kraftfahrzeuge wegen technischer Mängel zur Gutachtenstellung sichergestellt.

Unter anderem fielen den Beamten in den Abendstunden auf dem Kurfürstendamm zwei ungewöhnlich laute Motorräder der Marke Harley Davidson auf. Bei der Kontrolle erhärtete sich der Verdacht, dass die Auspuffanlagen manipuliert und weitere technische Mängel vorhanden waren. Beide Fahrzeuge wurden für die Erstellung eines technischen Gutachtens sichergestellt. Einige Zeit später überprüften die Verkehrspolizisten am Wittenbergplatz den Fahrer eines Mercedes-Geländewagens. Auch in diesem Fall war aufgrund der hohen Lautstärke unter anderem offenbar die Auspuffanlage unzulässig verändert worden, so dass auch dieses Fahrzeug sichergestellt wurde.

Insgesamt bestätigt die Bilanz zum gestrigen Tag, dass sich leider immer noch zu viele Fahrzeugführer nicht vorschriftmäßig verhalten und polizeiliche Überwachungsaktionen dieser Art auch künftig im Sinne der Verkehrssicherheit notwendig sind.

 Am Donnerstag wurden in nahezu allen europäischen Ländern zeitgleich intensive polizeiliche Überwachungsmaßnahmen zur Bekämpfung von Geschwindigkeitsverstößen im Straßenverkehr durchgeführt. Länderübergreifend gelten Geschwindigkeitsüberschreitungen als Hauptunfallursache. Auch die Polizei Berlin war mit allen ihren Radarwagen und Messgeräten im Zeitraum von 6 bis 24 Uhr im Einsatz.

Ziel der Schwerpunktaktion war es mit Unterstützung der Medien für die besondere Gefährlichkeit zu schnellen Fahrens zu sensibilisieren und dadurch Kraftfahrer zu einer positiven Verhaltensänderung zu motivieren.

Leider konnte aber selbst die umfangreiche Berichterstattung viele offenbar unbelehrbare und zum Teil verantwortungslose Fahrer nicht überzeugen, sich an die geltenden Regeln zu halten.

 

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