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Festnahme in Pankow : Schweizer Pädophiler nach Flucht in Berlin gefasst

Ein flüchtiger bekennender Pädophiler aus der Schweiz ist am Donnerstagabend in Berlin-Pankow gefasst worden. Während seiner Flucht aus der Psychiatrie gab er sogar ein Fernsehinterview.

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Christoph Egger
Christoph Egger .Foto: Kantonspolizei Basel-Stadt

Im Bezirk Berlin-Pankow haben Polizisten den flüchtigen Pädophilen Christoph Egger (46) festgenommen. Ein Funkwagen sei zu der Wohnung gefahren, nachdem ein Hinweis gezielt bei der Polizei eingegangen war, dass der gesuchte Pädophile aus der Schweiz sich dort befindet, sagte ein Ermittler. Ein Mann hatte den Sexualstraftäter erkannt und der Polizei mitgeteilt, dass er den Gesuchten seit Anfang März regelmäßig in Pankow gesehen hat. Die Beamten klingelten an der Wohnung, wo sich der 46-Jährige aufhalten soll. Egger sprang dann aus dem Fenster der Hochparterrewohnung und verletzte sich schwer am Bein. Die Polizei nahm den Gesuchten fest. Er wurde von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Dort sei ihm der internationale Haftbefehl, mit dem er gesucht wurde, verkündet worden.

Christoph Egger war seit seiner Flucht am 12. Februar dieses Jahres aus einer psychiatrischen Klinik in Basel in der Schweiz untergetaucht. Noch während seiner Flucht hatte er am Montag dem RTL-Fernsehmagazin "Extra" ein Interview gegeben. Er hatte dort angekündigt, sich selbst stellen zu wollen. Dies tat er aber nicht.

Egger war bereits im Alter von 25 Jahren das erste Mal mit einer Sexualstraftat aufgefallen. Er verbüßte eine zwölfjährige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Seit Oktober 2013 wurde er für eine fünfjährige Therapie stationär an den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) in Basel aufgenommen. Hier kehrte er von einem Spaziergang, der ihm gewährt worden war, am 12. Februar nicht zurück.

Christoph Egger hatte sich im Rahmen einer Fernsehdokumentation, die im Herbst 2013 vom Sender TeleBasel ausgestrahlt worden war, öffentlich als Pädophiler geoutet und davon berichtet, dass er ein Medikament einnehme, dass seinen Trieb hemme. Er hatte sich für diese 30-minütige Dokumentation "Leben als Pädophiler" mehr als zwei Jahre begleiten lassen – unter anderem bei der chemischen Kastration.

Er soll wahrscheinlich aus der Psychiatrie geflohen sein, weil in seinem Führungsbericht sein Therapie-Fortschritt negativer beurteilt worden war, als er dachte. Welche Verbindung der 46-Jährige nach Berlin hat und warum er Unterschlupf in der Pankower Wohnung gefunden hat, konnte die Polizei nicht sagen.

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